CDU-Abgeordnete Pantel kritisiert umstrittene Kita-Broschüre

Eine Broschüre der Amadeu-Antonio-Stiftung mit Tipps für Erzieher für den Umgang mit Familien aus einem rechtsradikalen Milieu bezeichnet die Sprecherin des konservativen Berliner Kreises als „Gesinnungsschnüffelei“.

Pantel kritisiert Kita-Broschüre
Dass das Bundesfamilienministerium die Publikation nicht nur finanziell unterstütze, sondern dass Bundesfamilienministerin Giffey darin auch noch ein Grußwort verfasst habe, bezeichnet Pantel als befremdlich. Foto: Arno Burgi (ZB)

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel übt Kritik an einer Broschüre der Amadeu-Antonio-Stiftung. Die Broschüre mit dem Titel „Ene, mene, muh – und raus bist du. Ungleichwertigkeit und frühkindliche Pädagogik“ richtet sich an Erzieher in Kitas und soll ihnen Tipps für den Umgang mit Familien geben, die aus einem rechtsradikalen Milieu stammen. Faktisch fordere die Broschüre jedoch zur „Gesinnungsschnüffelei“ auf, so Pantel in einem Gastbeitrag für die „Tagespost“.

Erzieher werden unter Vorwand des Kindeswohls zu Überwachern

Dass das Bundesfamilienministerium die Publikation nicht nur finanziell unterstütze, sondern dass Bundesfamilienministerin Giffey darin auch noch ein Grußwort verfasst habe, bezeichnet Pantel als befremdlich. Zwar gehöre es zu den Aufgaben von Erziehern, Kinder zu betreuen, zu bilden und Werte zu vermitteln. „Wenn aber Erzieherinnen und Erzieher unter dem Vorwand des Kindeswohls zu Überwachern und zum Korrektiv der elterlichen Gesinnung werden sollen, überschreitet das Grenzen“, so die Sprecherin des konservativen Berliner Kreises.

 Als Erkennungshinweis für die Zugehörigkeit zu einem rechtsradikalen Milieu wird in der Broschüre unter anderem als Beispiel ein Geschwisterpaar aufgeführt: „Das Mädchen trägt Kleider und Zöpfe, es wird zu Hause zu Haus- und Handarbeiten angeleitet, der Junge wirkt stark körperlich gefordert und gedrillt. Beide kommen.“ Dies seien Hinweise darauf, dass diese Kinder in einem rechtsradikal geprägten Elternhaus aufwachsen würden.

Anstatt Vorurteile zu bekämpfen, vermittelt die Broschüre selbst welche

Die Broschüre, die Vorurteile bekämpfen wolle, vermittele stattdessen selbst welche, kritisiert Pantel weiter. Das Heft möge gut gemeint sein, „aber eine quasi Handlungsanweisung für Erzieherinnen und Erzieher zur Elternspionage und Elternerziehung passt nicht zu unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung“.

Warum die Broschüre für die CDU-Politikerin Pantel nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 06. Dezember 2018. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

DT/mlu