CDL: „Machtfrage über Leben und Tod“

Die Christdemokraten für das Leben (CDL) sehen Alfie Evans als Opfer eines Machtkampfs und warnen davor, zwischen „lebenswertem“ und „lebensunwertem“ Leben zu unterscheiden.

Alfie Evans
HANDOUT - 23.04.2018, Großbritannien, Liverpool: Die von Alfies Army Official zur Verfügung gestellte Aufnahme zeigt den schwerkranken britischen Jungen Alfie Evans in den Armen seiner Mutter Kate James. Die Eltern des schwerkranken britischen Jungen Alfie Evans kämpfen weiter fü... Foto: Alfies Army Official (PA)

Das Kinderkrankenhaus Alder Hey in Liverpool verweigert den Eltern Tom und Kate Evans, ihren schwerkranken Sohn Alfie in ein anderes Krankenhaus zu bringen Die Klinik selbst hat die medizinische Versorgung des fast Zweijährigen am vergangenen Montag eingestellt und Alfie von der künstlichen Beatmung getrennt, damit er stirbt. Die Eltern haben sämtliche gerichtliche Instanzen in Großbritannien angerufen, die sämtlich die Entscheidung des Krankenhauses stützen.

Susanne Wenzel, Pressesprecherin der Christdemokraten für das Leben (CDL), meint dazu gegenüber der Tagespost: „Für das Alder Hey Kinderkrankenhaus und den zuständigen Richter Anthony Hayden hat sich das Drama um Alfie Envans offenbar zu einem Machtkampf entwickelt. Am Ende stand augenscheinlich die Frage, wer sich durchsetzt und ob man sich durch Proteste beeinflussen lässt. Es geht dabei jedoch um ein Menschenleben, faktisch also um die Machtfrage über Leben und Tod. Am Ende steht in diesem Fall die offizielle Einführung der Euthanasie, denn die Behandlung einer höchstwahrscheinlich terminal verlaufenden Krankheit wird gegen den erklärten Willen der Eltern von Alfie Evans abgebrochen.“

Schockierend ist für die CDL insbesondere, dass dies „sogar von richterlicher Seite noch gedeckt“ werde: „Von Tom und Kate Evans geht keine Gefahr für ihr Kind aus. Im Gegenteil: Sie wollen eine gute – die in ihren Augen beste – und vor allem menschenwürdige Behandlung ihre Sohnes. Doch das Gericht ordnet die Entscheidungsbefugnis der Eltern über das Wohl ihres Kindes der Willkür eines Krankenhauses unter, das unter allen Umständen die Behandlung durch andere Ärzte verhindern will. Neben der Tatsache, dass hier Staat und Krankenhaus zum Henker werden, stellt sich die Frage, warum das Krankenhaus sich derart vehement gegen die Entlassung von Alfie Evans stellt.“ Man könne sich kaum des Eindrucks erwehren, so Susanne Wenzel, „dass das Krankenhaus möglicherweise befürchtet, ein Behandlungsfehler könnte erkannt werden.“

Mit dem offiziellen Beschluss zur Euthanasie trete nun in erschreckendem Ausmaß eine Mentalität zutage, in der wieder ganz offen die Frage nach „lebenswertem“ und „lebensunwertem“ Leben gestellt werde, danach, ob Behandlungen „lohnenswert“ oder eben „nicht lohnenswert“ seien. Susanne Wenzel: „Die Schwächsten werden damit offiziell der Macht der Stärkeren unterworfen. Und das auch noch staatlich legitimiert. Ein beklemmendes Fanal!“

CDL (Susanne Wenzel) / DT (jbj)