Bandar Seri Begawan

Brunei will Todesstrafe für Homosexuelle und Ehebrecher nicht vollstrecken

Das Sultanat verzichtet nach internationalen Protesten auf Steinigungen nach Scharia-Strafrecht.

Demonstration in London gegen Todesstrafe für Homosexuelle
Internationale Proteste sorgten für ein Einlenken des Sultanats Brunei. Foto: Sophie Hogan (PA/AP)

Das Sultanat Brunei will die Todesstrafe für Homosexuelle und Ehebrecher nicht vollstrecken. Seit der Einführung des islamischen Scharia-Strafrechts Anfang April drohte Homosexuellen und Ehebrechern der Tod durch Steinigung. Dies löste weltweit scharfe Proteste aus. Er sei sich bewusst, dass es bezüglich des Scharia-Strafrechts "viele Fragen und Missverständnisse" gebe, zitierte die in Brunei erscheinende Tageszeitung "Borneo Bulletin" (Montag) den regierenden Sultan Hassanal Bolkiah. Seit mehr als 20 Jahren gebe es "ein De-facto-Moratorium" für die Todesstrafe, dies gelte auch für Homosexuelle.

Proteste von Menschenrechtsorganisationen und den Vereinten Nationen zeigen Wirkung

Internationale Menschenrechtsorganisationen und die Vereinten Nationen hatten die Einführung des Schariarechts in Brunei scharf kritisiert. Prominente wie Hollywoodstar George Clooney riefen zum Boykott von Luxushotels auf, die im Besitz Bruneis sind. Eine Reihe von internationalen Unternehmen reagierten auf die Einführung der Todesstrafe für Homosexuelle mit Boykotten.

Hintergrund: Brunei

Der Öl-Kleinstaat Brunei liegt auf der Insel Borneo. Der sunnitische Islam ist Staatsreligion. Sultan Hassanal Bolkiah ist der absolute Herrscher. Er ist Staatsoberhaupt, Regierungschef, Finanzminister, Außenminister und oberster Hüter des Islam. Mit einem geschätzten Vermögen von mehr als 20 Milliarden US-Dollar zählt er zu den reichsten Menschen der Welt.

KNA / DT (jobo)

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