Brüssel

AfD-Europakandidat Krah: Scharfe Kritik an EU und Papst Franziskus

In Worten und Taten des Papstes sehe er ein Abrücken von grundlegenden katholischen Positionen, so der AfD-Kandidat für das Europaparlament, Maximilian Krah. Die EU sieht er massiv von anti-christlichen Lobbygruppen beeinflusst.

AfD-Europakandidat Krah kritisiert Franziskus
Die Gesten, die Papst Franziskus setzte, seien vom Gesichtspunkt des Glaubens nicht nachvollziehbar und stellen teilweise einen direkten Angriff auf die katholische Tradition dar“ Foto: Michael Kappeler (dpa)

Der AfD-Europakandidat Maximilian Krah spricht der Europäischen Union (EU) nicht die Kompetenz zu, über ethische und moralische Fragen zu entscheiden. Die EU werde „massiv von anti-christlichen Lobbygruppen beeinflusst“, so Krah im Gespräch mit der „Tagespost“. Wenn man die EU über eine zentrale Frage wie Abtreibung entscheiden ließe, wäre das Ergebnis eine extrem liberale Regelung, warnt der AfD-Politiker.

Krah: Papst ist "eine absolute Katastrophe und bestenfalls postkatholisch“

Angesprochen auf die Tatsache, dass in allen EU-Ländern außer Polen und Malta die Abtreibungsgesetzgebung bereits liberal sei, obwohl die Kompetenz auf nationaler Ebene liege, meint Krah: „Aber die gesamte Lebensschutzbewegung ist auf nationaler Ebene aktiv.“ Sobald man etwas auf europäischer Ebene organisiere, müsse man in ethischen Fragen davon ausgehen, dass es in die falsche Richtung gehe.

Im Gespräch mit der „Tagespost“ äußerte sich Krah, selbst bekennender Christ, auch zu Papst Franziskus. Diesen halte er „für eine absolute Katastrophe und bestenfalls postkatholisch“. Grund dafür seien die Äußerungen und Personalpolitik des Papstes. Darin sehe er ein Abrücken von grundlegenden katholischen Positionen. „Die Gesten, die er darüber hinaus setzt, sind vom Gesichtspunkt des Glaubens nicht nachvollziehbar und stellen teilweise einen direkten Angriff auf die katholische Tradition dar“, kritisiert Krah das Oberhaupt der Katholiken. Er könne nur davor warnen, „diesen Papst allzu ernst zu nehmen“.

"Dieser Papst hat für mich in politischen und moralischen Fragen keinerlei Autorität"

Auf die Frage, bei welchen Themen er den Papst nicht in Einklang mit der katholischen Tradition sehe, antwortet Krah: „In der Frage der Kommunionzulassung der ,wiederverheirateten Geschiedenen'“, und verweist auf die sogenannten „Dubia“ mehrerer Kardinäle. Die Gesten von Papst Franziskus hält Krah jedoch für noch schwerwiegender als dessen Worte: „Etwa dass er die Fußwaschung auf der Flüchtlingsinsel Lampedusa vorgenommen hat oder dass er ausschließlich muslimische Flüchtlinge im Jet nach Rom mitgenommen hat.“

Zurecht würden sich alle „Reformkatholiken und Kirchenfeinde“ auf Franziskus berufen, „während gläubige Katholiken schwer enttäuscht und desorientiert sind. Dieser Papst hat für mich in politischen und moralischen Fragen keinerlei Autorität“. Das Christentum insgesamt sei in einem desolaten und schwachen Zustand. „Das ist ein Ergebnis der Orientierungslosigkeit, die aus Rom selbst kommt.“

Wer für den AfD-Politiker Maximilian Krah anstelle von Papst Franziskus ein Vorbild wäre, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 16. Mai 2019. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

DT