Abtreibungsgesetz: Dolan will Gouverneur nicht exkommunizieren

Der New Yorker Gouverneur Cuomo ist in die Kritik zahlreicher US-Bischöfe geraten, weil er ein extrem liberales Abtreibungsgesetz unterzeichnet hat.

Dolan: Keine Exkommunikation Cuomos
Die Kirchenstrafe sollte „nicht als Waffe benutzt werden“, so Kardinal Timothy Dolan, im Bild mit Gouverneur Andrew Cuomo bei der Parade zum Saint Patrick's Day. Foto: Porter Binks (EPA)

Der New Yorker Erzbischof, Kardinal Timothy Dolan, lehnt es ab, den Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, zu exkommunizieren. Die Kirchenstrafe sollte „nicht als Waffe benutzt werden“, zitiert ihn ein Sprecher der Erzdiözese New York. Dolans Sprecher erklärte zudem, dass es strategisch nicht klug sei, zu diesem Instrument zu greifen. Viele Politiker würden eine solche Maßnahme nutzen, um zu zeigen, dass sie sich von der Kirche nicht schikanieren lassen.

Abtreibungen in Ausnahmefällen bis zur Geburt erlaubt

Der Katholik Cuomo war von Seiten zahlreicher US-Bischöfe in die Kritik geraten, weil er für seinen Bundesstaat ein extrem liberales Abtreibungsgesetz unterzeichnet hatte. Der „Reproductive Health Act“, wie das neue Gesetz betitelt ist, wird Abtreibungen in New York bis zur 24. Woche auch dann erlauben, wenn „Roe vs. Wade“ einmal abgeschafft werden sollte. Zudem dürfen auch Krankenschwestern oder Assistenten Abtreibungen vornehmen. In Ausnahmefällen sind Abtreibungen sogar bis unmittelbar vor der Geburt erlaubt.

Der demokratische Gouverneur Cuomo bezeichnete das Gesetz als „großen Sieg für die New Yorker Bürger“. Die katholische Bischofskonferenz des Bundesstaates New York sprach in einer Stellungnahme von einem neuen „traurigen Kapitel“. Und Kardinal Dolan schrieb auf seinem Internetblog, Bischöfe sollten zwar keine Politiker oder „Kulturkämpfer“ sein. Das neue Gesetz sei allerdings ein „Affront gegen die Rechte der Schutzlosesten“.

Mehrere Geistliche zogen Exkommunikation in Betracht

Mehrere Geistliche stellten in Frage, ob Cuomo weiterhin zur Gemeinschaft der Katholiken zählen dürfe. „Die Exkommunikation ist das letzte Mittel, und wenn der Gouverneur sich weiter aus der Gemeinschaft der Kirche entfernt, kann es dazu kommen“, erklärte beispielsweise Edward Scharfenberger, Bischof von Albany. Bischof Rick Stika von Knoxville im Bundesstaat Texas bezeichnete das Gesetz als derart „schrecklich und feige“, dass eine Exkommunikation Cuomos angemessen sei. Und der ebenfalls texanische Bischof Joseph Strickland von Tyler erklärte: „In jeder gesunden Gesellschaft nennt sich das Kindermord“.

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DT