Erfurt/Würzburg

38 Prozent: Suizid ist keine Schande

Ist es eine Schande, sich selbst das Leben zu nehmen? Dieser Frage geht eine aktuelle Tagespost-Umfrage nach. 27 Prozent der Deutschen stimmen zu.
Suizid
Foto: Paul Zinken (dpa) | Die Aussage, zu der die Teilnehmer der Umfrage Stellung beziehen sollten, lautete: „Meiner Meinung nach ist es eine Schande, sich selbst das Leben zu nehmen.“

Eine relative Mehrheit von 38 Prozent der Deutschen ist nicht der Meinung, dass es eine Schande ist, sich selbst das Leben zu nehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des in Erfurt ansässigen Meinungsforschungsinstituts „INSA Consulere“, die im Auftrag der „Tagespost“ durchgeführt wurde. Dagegen sind 27 Prozent der Befragten gegenteiliger Ansicht. 25 Prozent geben an, dass sie nicht wissen, wie sie dazu stehen; zehn Prozent möchten dazu keine Angabe machen.

31 Prozent der Katholiken: Suizid ist eine Schande

Die Aussage, zu der die Teilnehmer der Umfrage Stellung beziehen sollten, lautete: „Meiner Meinung nach ist es eine Schande, sich selbst das Leben zu nehmen.“ Betrachtet man die Antworten auf die Aussagen innerhalb der unterschiedlichen Altersgruppen, so ist keine klare Tendenz zu erkennen. Am seltensten geben mit 23 Prozent jedoch 18- bis 29-Jährige an, dass es eine Schande sei, sich selbst das Leben zu nehmen. Am höchsten ist der Wert in der Gruppe der 40- bis 49-Jährigen mit 33 Prozent. 

Lesen Sie auch:

Während Angehörige sonstiger Religionen oder Konfessionen (31 Prozent) sowie islamische Befragte (38 Prozent) jeweils relativ-mehrheitlich der Meinung sind, dass es eine Schande ist, sich selbst das Leben zu nehmen, geben die anderen Befragten jeweils relativ-mehrheitlich das Gegenteil an. Von den katholischen Befragten sind 31 Prozent der Meinung, dass es eine Schande ist, sich selbst das Leben zu nehmen. 35 Prozent sind gegenteiliger Ansicht. Von den Protestanten meinen sogar nur 26 Prozent, es sei eine Schande, sich selbst das Leben zu nehmen. 39 Prozent sind gegenteiliger Ansicht.

Die Erhebung, für die 2.086 erwachsene Personen vom 06. bis 09. Mai befragt wurden, schlüsselt die Frage auch nach Partei-Affinität auf. Während bei allen Befragtengruppen der Anteil derer überwiegt, welche der Aussage nicht zustimmen, geben dies Befragte, welche sich links der politischen Mitte positionieren (48 Prozent), häufiger als diejenigen, die sich in der Mitte (36 Prozent) oder rechts davon (42 Prozent) einordnen. Am häufigsten sind Wähler der FDP (36 Prozent) der Meinung, es sei eine Schande, sich selbst das Leben zu nehmen. Darauf folgen Anhänger der Union mit 33 Prozent und SPD-Wähler mit 30 Prozent. Linken-Wähler sind zu 28 Prozent dieser Ansicht, AfD-Wähler zu 26 Prozent. Am seltensten sind Wähler der Grünen (23 Prozent) der Meinung, es sei eine Schande, sich selbst das Leben zu nehmen.  DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Weitere Artikel
Warum es in der Kirche keine Verteilung von „Macht“ durch Mehrheitsentscheidungen geben kann und warum die Vollmacht weit mehr mit Verantwortung als mit Ausüben von „Macht“ zu tun hat.
02.01.2022, 21  Uhr
Christoph Ohly
Themen & Autoren
Meldung FDP

Kirche

Religionsunterricht weiter gut besucht. Kirchensteuer wird kritisch gesehen. Für katholische Schulen wäre eine zweckgebundene Spende eine gute Alternative.
25.05.2022, 08 Uhr
Vorabmeldung
Der Liturgiewissenschaftler und Priester Winfried Haunerland sieht in der Taufspende durch Laien die sakramentale Grundgestalt der Kirche in Gefahr.
24.05.2022, 14 Uhr
Meldung
Warum meine Namenspatronin für mich zum Vorbild der Christusnachfolge geworden ist.
25.05.2022, 07 Uhr
Therese Dichgans
Nach 55 Jahren der Feindschaft und Trennung anerkennt Serbiens Orthodoxie die Autokephalie der mazedonischen „Kirche von Ohrid“.
24.05.2022, 19 Uhr
Meldung