Geseke

Werft die Netze aus!

Das Zentrum für Berufungspastoral in Freiburg hat zu einem deutschlandweiten 24-stündigen Gebet aufgerufen. Von Peter Winnemöller

Gebet um Berufungen: Weltgebetstag am 12. Mai
Der Weltgebetstag um geistliche Berufungen wird am 12. Mai begangen. Foto: John Taggart (EPA)

Beten um Berufungen hilft. Wenn nicht beten, was dann? Berufungen können wir nicht machen. Das sakramentale Amt ist ein Geschenk Gottes an seine Kirche. Wo es fehlt, da fehlt der Kirche etwas ganz Wesentliches. Das Amt ist nicht für sich selber da. Es braucht das sakramentale Amt, weil die Seelsorge der Kirche im Kern sakramental ist. So ist es gut und richtig, wenn Laien sich bemühen, den Glauben und das kirchliche Leben aufrecht zu erhalten, wo es keine Priester gibt. Dennoch fehlt die Sakramentalität, wenn der Priester fehlt.

Die Gnade wirkt mit der Natur

Natürlich kommen Berufungen auch nicht aus dem Nichts. Wie überall wirkt die Gnade mit der Natur. In diesem Fall heißt das, es braucht ein Glaubensklima, in dem Berufungen wachsen können. Nimmt der Glaube und die Glaubenspraxis ab, nehmen auch die Berufungen ab. So ist das Gebet um Berufungen auch immer ein Gebet für uns selber und die eigene geistliche Entwicklung. Für das geistliche Klima einer Gemeinde ist es gut und richtig, wenn hier regelmäßig um Berufungen gebetet wird.

12. Mai: Weltgebetstag um geistliche Berufungen

Der Weltgebetstag um geistliche Berufungen ist in diesem Jahr am 12. Mai. Wegen der massiven Berufungskrise ist es eine gute Idee an diesem Tag einen Gebetssturm loszulassen. Das Zentrum für Berufungspastoral in Freiburg hat zu einem deutschlandweiten 24-stündigen Gebet aufgerufen. Damit die Beter voneinander wissen, gibt es auf der Internetseite „werft-die-netze-aus.de“ eine interaktive Karte. Hier können sich Gruppen und Gemeinden eintragen, die ganz oder teilweise an dem Gebetstag teilnehmen.

Gebetsgemeinschaft stärken

Es sollte Erschrecken, wie viele weiße Flecken es auf der Karte gibt. In ganzen Bistümern, so scheint es, beteiligt sich niemand am Gebetstag. Hat man schon aufgegeben? Der Notstand des Priesteramtes drückt alle Bistümer. Wo also noch kein Gebet um geistliche Berufe angesetzt ist, kann man vielleicht noch was machen. Wer sich noch nicht eingetragen hat, sollte das unbedingt tun. Das Bewusstsein, über Raum und Zeit hinweg einer großen Gemeinschaft von Betern anzugehören macht Mut und gibt Kraft. Kraft braucht es unbedingt, denn eine Krise solchen Ausmaßes kann einem schon die Hoffnung rauben. Werfe man die Netze also auch gegen die Hoffnungslosigkeit aus.

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DT (jobo)

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