Wenn das Beichtgeheimnis fällt

Australien schickt sich an, christliche Bekenner zu erzeugen. Ein Vorbild haben Priester in Australien im Heiligen Johannes Nepomuk. Von Peter Winnemöller

Es ist ein Skandal, wie sich Australien daran macht, die freie Ausübung des christlichen Glaubens zu beschränken. Nichts Neues unter der Sonne. Das Beichtgeheimnis war den Mächtigen schon immer ein Dorn im Auge. Wäre der sexuelle Missbrauch im kirchlichen Kontext nicht schon schlimm genug, so ist es geradezu dramatisch, dass dieser nun den Staat und die Kirche in solch einen Konflikt stürzt. So schwer kommen Priester in keinem anderen freiheitlichen Land der Welt in Bedrängnis.

Das Beichtgeheimnis steht und davon wird die Kirche keinen Millimeter preisgeben. Das Beichtgeheimnis ist heilig. Wer als Priester das Beichtgeheimnis bricht, ist exkommuniziert. Auch ein weltlicher Staat sollte sich gut überlegen, hier gegen die Kirche vorzugehen. Das ist der erste Schritt zur Christenverfolgung. Priester werden das Beichtgeheimnis auch dann nicht brechen, wenn sie dafür mit hohen Strafen belegt werden.

Australien schickt sich an, christliche Bekenner zu erzeugen. Ein Vorbild haben Priester in Australien im Heiligen Johannes Nepomuk. Dieser wird von der Kirche als Patron des Beichtgeheimnisses verehrt wird. Johannes Nepomuk ließ sich für das Beichtgeheimnis foltern und töten, so weiß seine Legende zu berichten.
Es ist nicht anzunehmen, daß australische Priester Folter erdulden müssen, ungerechte Gefängnisstrafen sind zu erwarten. Dann steht Australien plötzlich in einer Reihe mit Diktaturen.

Auch für die Folgenabschätzung drängt sich ein verheerendes Urteil auf. Niemand wird sich dem Priester anvertrauen, wenn dieser ein potentieller Spitzel ist. Die politische Führung beraubt die Menschen der Vergebung Gottes. Sie lädt schwere Schuld auf sich. Es gehört zur Beichte, den Pönitenten zur Wiedergutmachung aufzufordern. Handelt es sich bei der Sünde um eine Straftat, dann gibt der Priester den Rat, sich den Behörden zu stellen.

Australische Politiker, die ein solches Gesetz erlassen, laden die unvergebene Schuld genauso auf ihre Schultern, wie die ungesühnten Verbrechen, die nicht gestanden wurden, weil Seelsorger den Straftätern nicht den Mut zur Umkehr zusprechen konnten.

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