Geseke / Hamburg

Redundante Einladung

Erzbischof Stefan Heßes Einladung von "Maria 2.0" zum "synodalen Weg" zeigt dessen Eindimensionalität. Von Peter Winnemöller

Maria 2.0 - Forderungen des Kirchenstreiks
Maria 2.0, oder: die ewig gleiche Forderung nach Frauenpriestertum. Foto: Patrick Seeger (dpa)

Der Erzbischof von Hamburg schlägt eine Beteiligung von „Maria 2.0“ am „synodalen Weg“ vor. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass dieser „synodale Weg“ die gleiche Eindimensionalität aufweisen wird, wie der Dialogprozess von 2011 bis 2015, dann wäre er jetzt erbracht.

Keine neuen Aspekte

Die Protagonistinnen, wie auch die am Ende doch relativ wenigen Teilnehmerinnen am sogenannten Kirchenstreik, sind doch am Ende niemand anders als gerade die Frauen, die ohnehin schon durch Hauptamtliche und Funktionäre in derartigen Prozessen vertreten sind. Ebenso sind die Forderungen dieser Aktion keineswegs neu oder innovativ. Sie bringen keinen neuen Aspekt in die Debatte.

Ewig gleiche Forderungen

Es sind die ewig gleichen Forderungen von Frauenpriestertum, Abschaffung des Zölibat, zeitgeistige Aufweichung der kirchlichen Morallehre und der Dekonstruktion der Ordnung der Kirche. Jeder ZdK – Funktionär sagt das gleiche. An den Theologischen Fakultäten hört man stets das gleiche. In den unendlich vielen pastoralen Prozessen hört man immer wieder ebendies.

Kein Spielraum für vergebliche Hoffnungen

Völlig unerklärlich ist, wie Erzbischof Heße auf die Idee kommt, man bringe auf diesem Wege „unterschiedliche Positionen“ miteinander ins Gespräch. Es wird nur erneut eine Homogenität der Meinungen gezüchtet, die vergebliche Hoffnungen weckt. Liest man manche Statements von Bischöfen in diesen Tagen, so könnte man glauben, wir hätten im kommenden Jahr bereits die ersten Diakoninnen. Doch auch im Jahr 2020 und allen folgenden wird Odinatio sacerdotalis noch immer de fide sein. Der Spielraum für solche Hoffnungen beträgt genau null.

Verständnis für die Verwirrung der Laien

Man kann Verständnis für die Verwirrung der Laien in dieser Zeit haben. Deswegen bleibt es trotzdem ein stetig wachsendes Ärgernis, wenn die Bischöfe die Kirche in unserem Land in einen selbstreferentiellen Debattierclub verwandeln. Ein solcher kann nicht fruchtbar das Evangelium verkünden und den Heiligungsdienst für die Menschen vollziehen. Solche Teile der universalen Kirche werden am Ende, wie tote Äste an einem Baum, einfach absterben.

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DT (jobo)

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