Geseke

Lebensmittel gehören nicht in den Container!

Lebensmittel wegzuwerfen, ist ein Unding. Dagegen gibt es Foodsaving-Aktionen, die sehr oft von Christen organisiert oder mitbetrieben werden.

Foodsaving-Aktion "Containern"
Foodsaving durch "Containern" - Politik und Verwaltung sollten es mehr unterstützen. Foto: Christoph Soeder (dpa)

Lebensmittel wegwerfen geht gar nicht. Als Kindern wurde uns an der katholischen Grundschule gesagt, dass den Kindern in Afrika das Herz blutet, wenn wir unser Pausenbrot in den Mülleimer werfen. Bilder von Biafra-Kindern im Religionsunterricht machten das anschaulich. Das prägt.
Natürlich hat kein Kind in einer Hungerregionen auf der Welt etwas davon, wenn ein Schüler in Deutschland sein Pausenbrot isst. Doch es geht ums Prinzip, was primär kindlich vermittelt wurde, kann beim erwachsenen Menschen reifen. Lebensmittel kauft man nur so viele, wie man essen kann. Verschimmeltes Brot sorgt zumindest für ein schlechtes Gewissen.

Tonnen Lebensmittel werden täglich vernichtet

Was im Kleinen bei den Kindern der Nachkriegsgeneration noch funktioniert hat, ist in der Überflussgesellschaft längst vergessen. Mehrere Tonnen Lebensmittel werden in einer durchschnittlichen Großstadt täglich vernichtet. Sie landen in den Containern der Supermärkte. Diese aus den Containern zu fischen ist nicht nur strafbar, es ist lebensgefährlich. Mit pathogenen Keimen ist nicht zu scherzen.
Dass es Armut in Deutschland gibt, ist kein Geheimnis. Menschen die hungern fragen nicht nach Keimen. Gewählte Politiker sollten danach fragen. So erscheint es zynisch, wenn das „Containern“ erlaubt werden soll. Der Skandal des vernichteten Überflusses wird nicht dadurch beseitigt, Müll zu Lebensmitteln zu erklären. Es gilt, Lebensmittel davor zu bewahren Müll zu werden. Besonders Christen, die wissen, wem sie die Gaben der Erde zu verdanken haben, sollten aufmerksam sein.

Die Tafeln sind eine gute Einrichtung

Es gibt die Tafeln. Das ist eine gute Einrichtung und viele Supermärkte machen mit. Andere tun das nicht. Es gibt Foodsaving- Aktionen, die sehr oft von Christen organisiert oder mitbetrieben werden. Statt den Menschen zu erlauben, im Müll zu wühlen, stände Politik und Verwaltung besser an, solche Aktionen deutlicher zu unterstützen. Gesetze, die Foodsaving behindern gehören ebenso auf den Prüfstand wie Mindesthaltbarkeitsdaten, die dazu führen, dass genießbare Lebensmittel vernichtet werden.
Auch die Supermarktketten können dazu beitragen, der massiven Lebensmittelvernichtung ein Ende zu setzen. Als Kunde darf man danach fragen, wie der lokale Markt mit dem Thema Lebensmittelvernichtung umgeht. Druck von Seiten der Kunden ist besser als jedes Gesetz.

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DT (jobo)

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