Zum Verhältnis von Religion und Integration: Integration gelingt nicht ohne Glauben

Den Ausführungen des Hamburger Erzbischofs Stefan Heße (DT vom 26. August) stimme ich zu. Die von ihm geforderte echte Integration ist eine komplexe Aufgabe.

Viele katholische Christen erwarten von der Kirche konkrete Aussagen zur Integration von Andersgläubigen. Kann man beispielsweise muslimischen Kindern in einem christlichen Kindergarten zumuten, dass sie das Gebet des Herrn mitbeten oder schweigend anhören? Das darf aber nicht zu einem Verzicht auf christliche Gebete und Feste in unseren Kindergärten und Schulen führen. Werden unsere christlichen Hauptfeste auch in den kommenden Jahrzehnten Vorrang gegenüber anderen Feiertagen haben?

Unter dem Vorwand der Trennung von Kirche und Staat konnte der Streit um das Anbringen von Kruzifixen in öffentlichen Gebäuden der Anfang eines Weges ohne den Dreieinen Gott sein.

Echte Integration kann nur gelingen, wenn wir einen überzeugenden Glauben zu bieten haben. Seien wir tolerant. Doch halten wir fest an den Worten des Apostels Paulus (1 Kor 2,11): „Denn einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist in Jesus Christus“.