Zum Verhältnis von Pastoral und Glaubenslehre: Ich leide an der Glaubensverfälschung

Zu Leserbrief „Früher galt: Das Heil der Seelen ist das höchste Gut“ (DT vom 5. Dezember): Frau Sels sieht es absolut richtig: Die unverfälschte Lehre Christi muss klar verkündet werden. Sie muss unabdingbar die notwendige Grundlage jeder Pastoral sein. Frau Sels leidet, wie auch ich, an den unglaublichen qualitativen und quantitativen Vernachlässigungen und Verfälschungen unserer katholischen Glaubenssubstanz.

In erster Linie sollen Papst und Bischöfe, die Glaubenssubstanz bewahren, doch in der Praxis sehe ich da eine ganze Reihe offensichtlich auch vom Zeitgeist befallene Hirten. Viele Bischöfe geben unter Glaubensgesichtspunkten kein gutes Bild ab. Überlegungen, den Offenbarungsbegriff theologisch zu erweitern um die „Lebenswirklichkeit“, ist abenteuerlich. Lebenswirklichkeit ist ein soziologischer Begriff, der kein Urteilsmaßstab für die Offenbarung sein kann.

Der Boden katholischer Theologie wird verlassen, wo „rein menschliche Überlegungen oder die ,Macht des Faktischen‘ gleichwertig neben Schrift und Tradition gestellt werden“. Auch die Posaune, die Kirche in Deutschland sei keine Filiale von Rom, war sehr populistisch, aber nicht seriös. Offensichtlich sind auch Kirchenmänner im Bischofsamt nicht vor Egozentrik oder Egoismen geschützt. Auch in Universitäten und Verbänden muss sich enorm viel ändern, um Glaubwürdigkeit zu beanspruchen. Funktionäre sind ganz grundsätzlich sehr anfällig für Pragmatismus, Populismus und Opportunismus, in der Politik, im Sport und auch im kirchlichen Bereich. Es ändert sich nichts, wenn ein Teil der DBK die Augen und Ohren verschließt und nichts unternimmt. Dank an Frau Sels!