Was aus dem Wahlsieg von Barack Obama zu folgern ist: Glauben auch ohne Klimapolitik

Die klimapolitischen Passagen im Leitartikel „Sieg und Niederlage“ (DT vom 6. November) von Oliver Maksan können nicht unwidersprochen bleiben. Den Kampf gegen den Mord an ungeborenen Menschen kann man nicht mit der Position, die sogenannte Erderwärmung sei menschengemacht und müsse deshalb durch menschliche Anstrengungen verhindert oder abgeschwächt werden, auf eine moralische Stufe stellen. Denn so gewiss es ist, dass individuelles, personales menschliches Leben mit der Zeugung beginnt, so ungewiss sind die wissenschaftlichen Grundlagen dessen, was man hierzulande Klimapolitik nennt. Sarah Palin könnte mit ihren Aussagen so recht haben wie Friedrich von Spee, als er gegen eine Mehrheit in Wissenschaft und Politik auf die Unhaltbarkeit des Hexenglaubens aufmerksam machte.

Es gibt mittlerweile zahlreiche Forscher, die genau das vertreten, was Ihr Kommentator Palin vorhält. Sie begründen das vielfältig: mit Hinweisen auf physikalische Gesetze ebenso wie mit dem Blick auf die Geschichte der Witterungsverhältnisse, die zeigt, dass es schon lange vor dem industriellen Zeitalter ähnliche Erderwärmungen, aber auch noch viel dramatischer auf die Lebensverhältnisse wirkende Abkühlungsperioden gegeben habe. Im Licht des Glaubens eine Verantwortung für das Klima zu sehen, ist ebenso anfechtbar. Denn das Streben, eine politisch organisierte Einwirkung auf die Witterung nehmen zu wollen, könnte auch Indiz für eine Hybris sein, die dem Menschen im Gefüge der Schöpfung nicht zusteht.