Sonn- und Feiertage schützen: Ein besonderer Tag, der Halt gibt

Bundesinnenminister Schäuble (CDU) hat sich eindringlich für den Schutz von Sonn- und Feiertagen ausgesprochen. Die Globalisierung habe das Leben stark beschleunigt und setze die Menschen durch weltweiten Wettbewerb unter Druck. Umso nötiger seien Zeiten der „Muße, Erholung und Besinnung“ (DT vom 7. Februar). Ich stimme Wolfgang Schäuble voll zu und möchte etwas erweitern: Es gibt in der anonymen Industriegesellschaft, in der Flüchtigkeit und Oberflächlichkeit so vieler Begegnungen und Beziehungen, eine neue Sehnsucht nach Bergung, Heimat, Verwurzelung. Der christlichen Gemeinde wächst so eine neue Bedeutung zu. Dieser genügt sie aber nicht, wenn sie nur das „Angebot“ zur Erfüllung des religiösen Bedürfnisses und der christlichen Pflicht „Sonntagsgottesdienst“ ist.

Sonntag und Sonntagsgottesdienst müssen Knotenpunkte einer weiter- und tieferreichenden Gemeinschaft sein. Sonntag: Zeit für andere, für die Familie dasein, freundschaftliche Beziehungen bewusst leben, Gastfreundschaft pflegen, andere (Kranke, Einsame ....) besuchen, zusammen mit anderen etwas unternehmen. Über sich, die anderen und die Welt nur Gutes denken und sagen. Wenigstens einen Traurigen froh machen. Halten wir den Sonntag, weil der Sonntag uns halten kann!