Friedensstiftende Maßnahme – Zur Empörung über die Entscheidung deutscher Bischöfe, den Tempelberg ohne Brustkreuz zu besuchen: Bischöfe ohne Kreuz: Wo hört mein Bekenntnis auf?

Kardinal Marx und EKD-Vorsitzender Bedford-Strohm am Jerusalemer Tempelberg ohne ihre Brustkreuze! Bedford-Strohm verteidigt das Ablegen des Kreuzes als friedensstiftende Maßnahme – die muslimische Welt wird darin jedoch wohl eher einen Akt der Unterwerfung sehen. Erzbischof Marx hätte konsequenterweise mit dem Kreuz auch gleich noch seinen Kardinalspurpur ablegen sollen, denn dieser steht ausdrücklich für Bekennermut bis hin zur Bereitschaft zum Martyrium. Gerade im Nahen Osten ist das Martyrium für viele einfache Christen, aber auch für deren Hirten, harte Realität: Männer, Frauen und sogar Kinder halten standhaft an ihrem Glauben fest, auch wenn sie dafür grobe Benachteiligung, Folter und sogar den Tod erleiden. Das vereint Christen aller Konfessionen, sodass man von einer Ökumene des Blutes spricht. Und dann trennen sich deutsche Oberhirten auf ihrer ökumenischen Pilgerfahrt ins Heilige Land auf Wunsch ihrer muslimischen Gastgeber am Tempelberg vom Kreuz! Welch höchst irritierende und zutiefst beschämende Symbolik! Dass sie angeblich auch von „jüdischen Vertretern“ an der Klagemauer um das Ablegen der Kreuze gebeten worden wären, wird von israelischer Seite heftig dementiert. Werden so auch Warnungen von Amtsbrüdern aus islamischen Ländern überhört? Sind deshalb die entsetzlichen Christenverfolgungen in den Ländern des Nahen Ostens auffallend selten Thema bischöflicher Wortmeldungen und werden auch darum Übergriffe auf Christen in deutschen Flüchtlingsunterkünften allzu leichtfertig als Einzelfälle abgetan? Wenn es stimmt, dass wir den Islam nur dann fürchten müssen, wenn das Christentum in Europa schwach wird, dann handeln Bischöfe, die willfährig ihre Brustkreuze ablegen, alles andere als friedensstiftend. Seliger Kardinal Clemens August Graf von Galen – bitte für uns!

Wenn ein Christ ein Kreuz trägt, ist das normalerweise ein Glaubensbekenntnis. Nun haben der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Bedford-Strohm, und Kardinal Marx in Jerusalem das Bischofskreuz abgelegt (DT vom 8. November). Ihre Entscheidung.

Alle vier Evangelisten berichten glaubwürdig, dass vor etwa 2 000 Jahren auch in Jerusalem ein Jünger Jesu, nämlich Petrus, angsterfüllt beschwörend beteuerte: „Ich kenne den Menschen nicht!“ Im Matthäusevangelium 10, 32–33 heißt es: „Jeder nun, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen; wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.“

Es stellt sich die Frage, ob mein Glaubensbekenntnis da aufzuhören hat, wo es anderen Menschen nicht passt oder man anzuecken scheint.