Ernst Jünger und Stefan George als Einzelgänger: Keine Vorbilder für Katholiken

Was das „Plädoyer für den Typus des Einzelgängers“ und das Raunen über den großen „Anarchen“ und „Waldgänger“ im Sinne Ernst Jüngers und Stefan Georges in einer katholischen Zeitung zu suchen hat, verstehe wer will. Ich verstehe es nicht („Der Anarch“, DT vom 22. August). Werden Sie demnächst auch noch für jene unter meinen Gemeindemitgliedern plädieren, die sonntags, während ich Eucharistie feiere, als einsame „Waldgänger“ ihren individuellen Gott im dunklen Tann suchen?

Die erwähnte Tatsache, dass Goebbels auf die Idee kam, ausgerechnet den „geistig-seelischen Aristokraten“ George als Präsidenten einer „neuen deutschen Akademie für Dichtung“ zu wünschen, ist – beiläufig gesagt – für sich schon schlimm genug und spricht nicht gerade für dessen Vorbildfunktion im katholischen Feuilleton.

Im Übrigen darf ich noch auf einen Umstand hinweisen, der es einem enorm erschwert, „als Anarch zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu leben“ und „dem heimlichen Club der anonymen Mitglieder“ beizutreten, wie Ihr Autor rät. Das „Draußenlassen von ... Kommunikations- und Öffentlichkeitsschrott“ und die „Verweigerung oberflächlicher Belanglosigkeit“ ist nämlich gar nicht so einfach, wenn heutzutage die Bischöflichen Ordinariate dem katholischen Pfarrer den Gebrauch des Internets zwingend vorschreiben.