Die Auseinandersetzung um den Bischof von Limburg, das Domkapitel und die Entscheidung Roms : In vielfacher Hinsicht skandalös

Als langjähriger Abonnent Ihrer Zeitung bedanke ich mich für die sachliche Berichterstattung inklusive Abdruck der Briefe besorgter Leser, die sich mit dem „Fall Limburg“ befassen. Die Causa Limburg scheint mir in vielfacher Hinsicht skandalös. Die Äußerungen des Frankfurter Stadtdekans zu Eltz halte ich für unsolidarisch und nicht nachvollziehbar. Die Domkapitulare haben den Kandidaten Tebartz-van Elst wegen seiner theologischen Fachkompetenz gewählt und erklären nun süffisant, sie hätten ihn als Mensch erst kennengelernt, als er da war. Stadtdekan zu Eltz: „Unser größter Fehler war, dass wir, wenn der Bischof unseren Rat nicht wollte, ihn gewähren ließen.“ (in „Die Zeit“, 24. Oktober). Im zitierten Interview spricht er von einem „Amtsverständnis, das die Erhabenheit der eigenen Amtsperson ins Irrwitzige steigert. Von dort führt kein Weg mehr in die Realität zurück. Und wer von dieser Höhe herabfällt, der zerschellt, wie jetzt unser Bischof.“ In diesem Kontext spricht er von „neofeudalem Getue“.

Johannes zu Eltz geriert sich jedoch selbst ebenso, wenn er in einem vertraulichen Brief an seine Mitarbeiter selbstherrlich die „merkwürdige und denkwürdige Entscheidung“ des Papstes kritisiert. „Die Welt“ vom 29. Oktober zitiert: „...dass es mit Franz-Peter Tebartz-van Elst im Bistum Limburg keinen Meter mehr weitergeht, und dass eine Rückkehr ins Bischofsamt deshalb überhaupt nicht infrage kommt.“ Insofern nimmt er die Entscheidung des Papstes schon vorweg. Dieser Priester, der die Gläubigen gegen den eigenen Bischof aufzuhetzen scheint, macht sich selbst meines Erachtens unglaubwürdig. Wie wäre es mit einem Verhalten, von dem es in Kol 3,12 ff. heißt: „Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen: Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde, Geduld! Ertragt euch und vergebt einander, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat! Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!“

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Domkapitulare jede Form von Mitverantwortung und die Aufarbeitung des Geschehens von sich weisen. Sie wollen den Bischof loswerden.