Abgas-Manipulation bei VW: Grober Missbrauch wirtschaftlicher Macht

„Sie haben nicht Mist gebaut, Herr Horn, sondern Sie haben schlicht und einfach Ihre Kunden und die Öffentlichkeit betrogen und damit der deutschen Wirtschaft und der Autoindustrie einen Bärendienst geleistet.“ Es grenzt an Realitätsverweigerung, wenn Horn die bewusste Manipulation bei der Abgasmessung mit den Worten „wir waren unehrlich zur Umweltbehörde EPA, zu den Behörden in Kalifornien und zu unseren Kunden“ verharmlose. Ich kann nur hoffen, dass der Amerika-Chef von VW auch mit seinem Privatvermögen zur Haftung herangezogen wird.

Der KKV, der sich als katholischer Sozialverband immer wieder für die Soziale Marktwirtschaft und deren Ideale einsetzt und bereits zum vierten Mal den Preis des „Ehrbaren Kaufmanns“ an Frauen und Männer verliehen hat, die diese Ideale in der Wirtschaft vorleben, sieht deshalb in diesem Verhalten nicht nur einen groben Vertrauensbruch, sondern auch einen Missbrauch wirtschaftlicher Macht. Gleichzeitig wird damit der Begriff des „Ehrbaren Kaufmanns“ ad absurdum geführt. Natürlich muss ein Unternehmen Gewinne erzielen und auch wachsen. Aber nicht über alle Maßen, nicht einseitig nur zu seinem persönlichen Nutzen. Und schon gar nicht auf Kosten seiner Kunden oder der Gesellschaft. „Der ehrbare Kaufmann übernimmt Verantwortung – persönliche, langfristige Verantwortung, für sein Unternehmen, aber eben auch für sein Umfeld.“ Von daher hoffen wir, dass die Verantwortlichen dieses Betruges mit allen Konsequenzen zur Rechenschaft gezogen werden.