Tourismus als Schwerindustrie

Berlin (DT/KNA) Der italienische Autor Marco d'Eramo hat den Tourismus kritisiert und als „die Schwerindustrie des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet. Die Frage sei nicht, ob Tourismus erwünscht oder unerwünscht sei, sagte er am Mittwoch im Interview mit der „Welt“. „Wir können ihn gar nicht nicht wollen. Es geht darum, eine vernünftige Tourismuspolitik zu machen.“ So ließen sich etwa Angebote beschränken und Besucherzahlen an bestimmten Orten limitieren. Der Experte betonte, man müsse zwischen Touristen und Tourismus unterscheiden. „Die Industrie als Institution braucht Regeln.“ Das Recht auf Tourismus für den Einzelnen könne man jedoch nicht einschränken, „ohne seine Freiheit zu beschneiden. Das mit der Bewegungsfreiheit des Menschen ist ein ernsthaftes philosophisches Problem.“ Kritik äußerte d'Eramo an der Unesco-Welterbe-Auszeichnung für Altstädte. „Eine Stadt besteht nicht nur aus Architektur. Eine Stadt ist ein lebendiges Geflecht aus Beziehungen, Geschäftsbeziehungen, Freundschaften, Nachbarschaften. Das kann man nicht mit einem Gütesiegel bewahren.“ Etwas anderes sei es, wenn ein einzelnes Kunstwerk oder Bauwerk zum Weltkulturerbe erklärt werde. Aber, so d'Eramo: „Wir müssen unsere historischen Städte erhalten, indem wir sie modern nutzen, statt nur auszustellen.“

Themen & Autoren

Kirche

Ein Gespräch mit dem Kölner Kardinal Rainer Woelki über den Synodalen Weg, den Ad-limina-Besuch der deutschen Bischöfe in Rom und die Kölner Hochschule für Katholische Theologie.
28.09.2022, 17 Uhr
Regina Einig Guido Horst
Die Aufgabe der Hirten. Kardinal Woelki im Gespräch mit der Tagespost. Dazu viele aktuelle Themen aus Kirche, Welt und Kultur. Eine inhaltlich gut gefüllte Ausgabe liegt vor.
28.09.2022, 16 Uhr
Meldung