Digitalisierung

Deutschland, deine Digitalisierung

Was für die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel vor einigen Jahren noch „Neuland“ war, schreitet mittlerweile auch hierzulande voran, wenngleich schleppend: das Internet.
Digitalisierung Deutschland
Foto: Pixabay

Was für die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel vor einigen Jahren noch „Neuland“ war, schreitet mittlerweile auch hierzulande voran, wenngleich schleppend: das Internet. Deutschland hinkt bei der Digitalisierung enorm hinterher. 2021 schnitten wir im digitalen Ranking aller EU-Mitgliedsstaaten mit einem elften Platz ab.

Das unter dem Titel „Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft“, kurz: DESI, bekannte Ranking wird alljährlich im Auftrag der Europäischen Kommission ermittelt. Gemessen werden die Fortschritte der einzelnen EU-Staaten bei der digitalen Wettbewerbsfähigkeit, unter anderem in den Bereichen Breitbandanbindung, Integration digitaler Technik in Unternehmen sowie digitale öffentliche Dienste. Dazu gehören auch die Schulen – doch auch hier gibt es Leuchtturmprojekte wie etwa das Siegel „Internet-ABC-Schule-Thüringen“, die anderen als Vorbild dienen können. So hat die Thüringer Landesregierung ein Internetportal geschaffen, das schon im Kindesalter intensiv in digitaler Medienkompetenz schult. 

Alles DLS, oder was?

Auch in anderen Bereichen geht es voran: Der letztjährige DESI konnte zeigen, dass Deutschland in Sachen 5G-Bereitschaft einer der Spitzenreiter ist und bei der allgemeinen Festnetzbreitbandnutzung EU-weit an zweiter Stelle steht. So geht in den privaten Haushalten die Zahl der langsameren ADSL-Anschlüssen stetig zurück. Die ausgeschrieben als „Asymmetric Digital Subscriber Line“ bezeichnet eine DSL-Variante, die größtenteils über Kupferkabel von Telefonleitungen übertragen wird. Man bezeichnet diese Technik als asymmetrisch, weil die Datenübertragungsrate ungleich ist. Konkret: Die Upload-Rate ist langsamer als die Empfangsgeschwindigkeit. So lassen sich Uploads mit „lediglich“ 1 MBit/s realisieren, während die Download-Geschwindigkeit auch schon mal 16 MBit/s erreichen kann. Abhängig ist sie von der Entfernung vom Verteilerkasten sowie der Parallelnutzung mehrerer mobiler Endgeräte über einen Anschluss.

Der VDSL-Anschluss bezeichnet eine DSL-Technik mit besonders hohen Übertragungsraten. Die Abkürzung steht für „Very High Speed Digital Subscriber Line“. Hier werden Signale mittels einer Kombination von Kupfer- und Glasfaserkabeln übertragen. Für zusätzlichen Speed bei VDSL-Leitungen kann die sogenannte Vectoring-Technologie sorgen, die elektromagnetische Störungen aus der Leitung filtert. Hierdurch werden Geschwindigkeiten von bis zu 250 MBit/s (Download) und maximal 40 Mbit/s (Upload) ermöglicht. Aktuell haben fast neunzig Prozent aller deutschen Haushalte die Möglichkeit, einen VDSL-Anschluss zu buchen. 

Welches Internet fürs Büro?

Aber wie sieht es mit ADSL VDSL Anschlüssen für das Business aus? Für Selbstständige und kleine Unternehmen, die das Internet hauptsächlich zum Surfen und Versenden bzw. Abrufen von E-Mails nutzen, ist ein ADSL-Anschluss die ideale Lösung. Über einen VDSL-Anschluss sollten Selbstständige und kleine Unternehmen nachdenken, die einen hohen Downloadbedarf haben. Beispielsweise ein Musikjournalist, dem man große wav-Dateien zum Herunterladen zusendet.

Der Vollständigkeit halber sei noch auf SDSL hingewiesen. Die sich hinter der Abkürzung „Symmetric Digital Subscriber Line“ verbergende Technologie macht es möglich, Daten mit derselben Geschwindigkeit in beide Richtungen – also Up- und Download – zu übertragen, und zwar mit bis zu 20 Mbits/s. Diese symmetrischen Bandbreiten sind für jene Unternehmen, die zeitkritisch große Datenmengen nicht nur empfangen, sondern auch versenden und dabei mehrere Server-Stationen nutzen.

Es wird Zeit, dass sich Unternehmen, egal welcher Größe, aufmachen, sich dem „Neuland“ zu stellen – ganz auf ihren individuellen Bedarf zugeschnitten. Schließlich misst der Digitalisierungsindex vor allem, wie ausbaufähig deutsche Unternehmen in puncto Digitalisierung sind. Das reicht dann vielleicht noch nicht ganz für das 3-D-Netz, das Mark Zuckerbergs Konzern Meta gerade auf- und ausbaut, sollte aber ein paar Plätze innerhalb des Euro-Rankings gutmachen. 

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