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CFD vs. Forex: Welche Anlageform passt zu mir?

Wer als Anleger sein Kapital effektiv vermehren möchte, muss dafür nicht zwangsläufig in physische Produkte investieren.

Mit den sogenannten CFDs (englisch: „Contract for Difference“ / deutsch: „Differenzkontrakt“) ist es möglich, ausschließlich auf die Differenz zwischen einem Kaufpreis und einem Verkaufspreis für eine Ware zu spekulieren. Und selbst bei dieser Differenzspekulation muss keine real existierende Ware zugrunde liegen. Es kann ebenso auf die Kauf-Verkaufspreis-Differenz eines Finanzinstrumentes spekuliert werden, beispielsweise auf Aktien, Indizes oder Währungen. Das der Spekulation zugrunde liegende Produkt – egal ob real oder fiktiv – bezeichnet man als Basiswert.

Die Hebelwirkung bei CFDs

Wer CFDs handelt, kann mit relativ kleinem Einsatz große Werte bewegen. Grund dafür ist die sogenannte Hebelwirkung. Sie ergibt sich daraus, dass der Basiswert nicht erworben werden muss, sondern lediglich auf ihn spekuliert wird. In diesem Fall reicht es aus, eine Sicherheitsleistung für jede Transaktion aufzubringen, die in der Finanzfachsprache „Margin“ genannt wird. Sie muss jedoch nicht dem tatsächlichen Wert des Basiswertes entsprechen. Der erzielbare Hebel beim CFD-Trading kann 100:1 und mehr betragen. Allerdings besteht dabei auch das Risiko eines ebenso hohen Verlustes. Außer einer große Portion Erfahrung ist also auch ein entsprechender finanzieller Hintergrund für dauerhaft erfolgreiches Handeln erforderlich.

Welches Investment ist für welchen Anlegertyp geeignet?
Foto: Gerd Altmann / Pixabay

Der praktische Handel mit CFDs

Der CFD-Händler kann grundsätzlich aus zwei verschiedenen Positionen heraus agieren – als Käufer oder Verkäufer. In der Position des Käufers spricht man von einer „Long Position“, als Verkäufer befindet sich der Händler in der „Short Position“.

Prinzipiell kann jedes physische oder virtuelle Produkt als Basiswert für CFDs dienen. Nichtsdestotrotz gibt es einige Finanzprodukte, die inzwischen bevorzugt für den Handel mit CFDs eingesetzt werden. Dies sind z. B. weltweit sehr verbreitete Währungen wie der US-Dollar, das Britische Pfundund der Euro, in den Top-Börsenindizes wie dem US Tech 100 vertretene Aktien sowie Edelmetalle wie Gold, Silber und Platin. In letzter Zeit haben sich außerdem Rohstoffe als Basiswerte etabliert, etwa Lebensmittel, Holz, Öl etc.

Der praktische Handel mit CFDs lässt sich am besten anhand eines Beispiels erklären: Angenommen, der Trader hat Gold als Basiswert für den CFD-Handel ausgewählt. Bei einem klassischen Investment wird das Gold in physischer Form angekauft und zu einem späteren Zeitpunkt mit Gewinn wieder verkauft. Beim Handel mit CFDs wird jedoch kein Gold in physischer Form gekauft. Stattdessen wird ein Kontrakt aufgesetzt, welcher den Goldpreis zu einem bestimmten Zeitpunkt als Basiswert beinhaltet. Angenommen, es soll ein Betrag von 10.000 Euro in CFDs auf Gold investiert werden. In diesem Fall müssen nicht die vollen 10.000 Euro für den Goldkauf aufgebracht werden, sondern lediglich eine Sicherheitsleistung. Dies kann beispielsweise 5 % betragen, also in dem hier vorliegenden Beispiel 500 Euro. Trotzdem spekuliert der Anleger damit auf einen Goldwert in Höhe von insgesamt 10.000 Euro.

Steigt der Preis nun, erhält der Anleger die Sicherheitsleistung zurückgezahlt und bekommt zusätzlich den aus seinem CFD resultierenden Gewinn. Fällt der Goldpreis hingegen, wird der Verlust mit der vom Trader hinterlegten Sicherheitsleistung verrechnet. Bleibt dann noch ein Restverlust übrig, muss dieser vom Anleger gedeckt werden.

CFD vs. Forex – Welche Anlage eignet sich besser für mich?

In den Grundsätzen unterscheidet sich der Handel mit Währung (Forex) nicht wesentlich vom Handel mit Differenzkontrakten (CFD). Das Ganze wird besonders deutlich, wenn man es einmal von der rechtlichen Seite aus betrachtet. Schließlich schließen Forex Broker rein rechtlich gesehen einen Contract for Difference (CFD) mit ihren Kunden ab, indem sie die entsprechenden Transaktionen am Währungsmarkt auf eigene Rechnung ausführen.

Natürlich gibt es auf der anderen Seite aber auch Unterschiede zwischen CFD und Forex. Und genau diese sind es, welche bestimmen, für wen welche Handelsart besser geeignet ist. Hier die wichtigsten Tipps und Hinweise zum Thema „CFD vs. Forex“:

Viele Experten sehen den Währungshandel als Königsklasse für ein aktives Trading an. Kein Wunder: Es handelt sich hierbei um den liquidesten Markt überhaupt, der zudem weitgehend frei ist von marktverzerrenden Insiderinformationen und in dem unter der Woche rund um die Uhr unterbrechungsfrei gehandelt werden kann. Somit genießt der Forex Handel sowohl bei Privatanlegern als auch bei Profi-Tradern ein hohes Ansehen. Er ist allerdings auch mit besonderen Herausforderungen verbunden. Dafür winken deutlich höhere Renditen als in anderen Investments.
Kommen wir zum Handel mit Differenzkontrakten – kurz: CFD. Sie werden charakterisiert durch endlose Laufzeiten, sehr große Hebel und die einfache Preisbildung. Durch die fortschrittlichen DMA-Broker können die Preise auf den Referenzbörsen in Echtzeit geboten werden, damit wird in den großen Basiswerten eine ausreichende Liquidität geschaffen. 

Bei CFD kommt hinzu, dass durch die große Auswahl an Märkten und automatisierte Handelssysteme die Qualität der generierten Signale immer weiter steigt, und mit ihr auch die Erfolgswahrscheinlichkeit für den Trader.

Welches Investment ist für welchen Anlegertyp geeignet?

Grundsätzlich gilt: Sowohl Forex als auch CFD sind aufgrund der erheblichen Verlustrisiken vorwiegend für spekulative Anleger geeignet.
Darüber hinaus eigenen sich CFD besser für sehr finanzstarke Anleger, da die über den eigentlichen Einsatz hinausgehenden Nachschusspflichten teilweise erhebliche Dimensionen annehmen können. Allerdings bieten inzwischen eine ganze Reihe Broker die Reduzierung des Verlustrisikos ausschließlich auf den geleisteten Einsatz an.

Der Forex Markt dagegen steht inzwischen auch kleinen Privatanlegern offen. Er eignet sich besser für noch recht unerfahrene Trader, um in diesem Metier Fuß zu fassen. Nichtsdestotrotz kombinieren inzwischen viele Anleger den Handel mit CFD und Währungen – nicht die schlechteste Idee!

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