Mit Ängsten umgehen

Ängste bestimmen einen großen Teil unseres Lebens, mehr noch als uns in der Regel bewusst ist.
Kind hält Teddybär fest
Foto: pixabay

Ängste bestimmen einen großen Teil unseres Lebens, mehr noch als uns in der Regel bewusst ist. In der Schule lernen Kinder aus Angst vor schlechten Noten und dem Versagen anstatt aus Freude am Wissen. Menschen tragen nicht selten Kleidung, die sie als unbequem empfinden aus Angst, belächelt oder verachtet zu werden. Manch einer folgt einer bestimmten Diät, nicht aus Freude am Essen, sondern aus Angst vor Gewichtszunahme. Neben solch unterschwelligen Ängsten treten häufig auch Phobien auf, wie beispielsweise die Angst vor dem Zahnarzt, die bisweilen lähmend sein kann. Während ein gewisses Maß an Angst sinnvoll ist, bedeutet zu viel dieser Emotion puren Stress, der häufig negative Folgen nach sich zieht. Was lässt sich also dagegen tun?

Phobien am Beispiel der Angst vor dem Zahnarzt

Eine als traumatisch empfundene Zahnbehandlung im Kindesalter reicht aus, um ein Leben lang Angst vor dem Zahnarzt zu haben. Auch besonders unangenehme Behandlungen oder wenig empathische Ärzte können dazu beitragen, dass im Laufe des Lebens eine solche Angst entsteht. Sie kann so weitreichend sein, dass der Patient bei einem Arztbesuch in schiere Panik verfällt. Wer an einer solchen Angst leidet, sollte unbedingt einen auf Angstpatienten spezialisierten Zahnarzt aufsuchen, der sich besonders durch Empathie und Verständnis auszeichnet. Er hat heutzutage die Möglichkeit, hervorragend auf den Patienten einzugehen und die Behandlung so zu gestalten, dass potenzielle Angst-Trigger vermieden werden. Häufig kommen Sedierungen oder gar Vollnarkose zum Einsatz, damit der Patient die für ihn unangenehme Situation nicht oder kaum wahrnimmt. Auch vorab lässt sich an der Phobie arbeiten, beispielsweise mithilfe von Hypnose. Diese Methode hat sich als sehr effektiv herausgestellt. Auch Gespräche können helfen. Allen voran kann ein Psychologe gute Dienste leisten, aber auch die Unterstützung durch Gemeindemitglieder kann äußerst wertvoll sein.

Angst aufgrund von Gedankenmustern

Bestimmte Gedankenmuster lösen Ängste aus, die zwar bei weitem subtiler als eine Phobie sind, jedoch trotzdem das Leben stark einschränken können. Ein solches Gedankenmuster kann sein, wenn jemand glaubt, eine bestimmte Leistung erbringen zu müssen oder ein bestimmtes Verhalten an den Tag zu legen, um in einer Gruppe akzeptiert zu werden. Diese Leistung oder das Verhalten geht dabei häufig über die Norm hinaus und kann zu einem ernsten Stressfaktor für die betroffene Person werden, aber auch für ihr Umfeld. In einem solchen Fall ist es zunächst wichtig, dass das Gedankenmuster und die dahinter liegende Angst erkannt werden. Auch in dieser Situation sind Gespräche besonders wertvoll. In den meisten Fällen wirkt auch das Gebet im wahrsten Sinne des Wortes Wunder, denn das Gefühl der Verbundenheit mit Gott kann über die Ängste hinweghelfen. Häufig handelt es sich um Versagensängste oder die Furcht davor, alleine zu sein. Wird das Gedankenmuster erkannt und die Angst als solche wahrgenommen, können Gespräch und Gebet tiefgreifende Änderungen hervorbringen. Auch in einem solchen Fall ist die Unterstützung durch Gemeindemitglieder besonders wertvoll.

Fazit

Ängste spielen eine wichtige Rolle in unserem Leben, doch sie sollten es nicht beherrschen. Während manche Ängste sich klar und deutlich zeigen, sind andere subtiler und nicht unbedingt auf den ersten Blick als solche erkenntlich. Es gibt jedoch zahlreiche Möglichkeiten, die Ängste in Liebe und Vertrauen zu wandeln. 

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