Würzburg

Die Heuchler

Die Geschichte der Erschaffung der ersten beiden genetischen veränderten Zwillingsmädchen, Lulu und Nana, muss in Teilen neu geschrieben werden.
DNA-Labor
Foto: Sven Hoppe (dpa) | Mundschleimhautzellen für eine DNA-Probe werden im DNA-Labor in ein Reaktionsgefäß überführt (Symbolbild).

Die Nachricht von der Erschaffung der weltweit ersten genetischen veränderten Kinder war einer, wenn nicht der Skandal des vergangenen Jahres. Auch die Gemeinschaft der Wissenschaftler, die „scientific community“, sparte nicht mit Kritik an dem chinesischen Biophysiker He Jiankui, der in der Branche längst als Paria gilt. Nun ist klar: Rund 60 Personen, darunter viele Spitzenforscher, wussten frühzeitig von dem unverantwortlichen Experiment.

Klinik geplant

Das hat jetzt der Wissenschaftsjournalist Jo Cohen in dem renommierten Wissenschaftsmagazin „science“ enthüllt. Besonders pikant: Laut Cohen soll He sogar mit John Zhang, einem in New York ansässigen Betreiber einer Kinderwunschklinik die Gründung einer Fruchtbarkeitsklinik für genetisch veränderte Kinder erwogen haben. Die Planspiele waren offenbar weit gediehen. Sogar potentielle Standorte in China suchten beide zusammen auf. Auch Politiker und potenzielle Geldgeber wussten von dem Vorhaben.

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Russe plant ähnliche Experimente

Aber es kommt noch schlimmer: Mit dem russischen Mikrobiologen Denis Rebrikov, der er an der Staatlichen Medizinischen Universität in Moskau forscht, steht nun ein Forscher bereit, um in He’s Fußstapfen zu treten.

DT/reh

In der aktuellen Ausgabe der "Tagespost" vom 29. August 2019 informiert Bioethik-Korrespondent Stefan Rehder - spannend wie ein Krimi - über den Stand der Debatte um Eingriffe in die menschliche Keimbahn.

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