Würzburg

Zehn Regeln, die Kindern Halt geben

Von Respekt bis Glaube: Entscheidend ist immer das Vorbild der Eltern – Familiäre Fundstücke Teil IV.

Familie und Natur
Family on a rambling day in countryside Foto: Adobe Stock

In vielen Haushalten finden sich heute an sichtbaren Stellen, meist in der Küche oder Essecke, Plakate und Tafeln, auf denen Familienregeln stehen. Es sind de facto Lebensregeln. Oder auch Erziehungsregeln. Sie geben Halt und Orientierung. Die Fernsehzeitschrift „Funk Uhr“, die in guten Illustriertenzeiten eine Auflage von 2, 7 Millionen Exempare hatte (heute: 320 000) hat diese Regeln vor 24 Jahren in eine Art Dekalog der Lebensführung zusammengefasst, die wegen ihrer christlichen Grundierung fast wie aus fernen Zeiten anmuten. Wir veröffentlichen Auszüge daraus.

1. Respekt:

Respekt heißt, andere Menschen würdigen. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass jedes Wesen einzigartig ist. Stärken Sie seine Selbstachtung. Nur dann kann es andere achten. Darum: Zuhören, Zeit fürs Kind nehmen, es oft loben, viel Liebe zeigen. Und: Vorsicht mit abfälligen Bemerkungen über andere.

2. Wahrheitsliebe:

Kinder anleiten, schon in kleinen Dingen ehrlich zu sein: nicht abschreiben, Bücher zurückgeben, sich zu Streichen bekennen. Aber auch auf die eigenen Worte achten. Nicht lügen, sondern erklären, warum Sie etwa ein Versprechen nicht halten können.

3. Fairness:

Tolerant sein, nachgeben und notfalls zurückstecken – all das fällt nicht immer leicht. Wer aber mit seinen Kindern Gesellschaftsspiele spielt und mit ihnen Sport treibt, kann spielerisch zeigen, wie man sich fair verhält. Und dass ein Gegner nicht automatisch ein Feind sein muss.

4. Verantwortung:

Gemeinschaftssinn muss man vorleben. Indem Sie Verantwortung für Ihr Tun oder für andere übernehmen, zeigen Sie den Kindern, wie man sich um Kranke oder Notleidende kümmert, sich aktiv in Schule oder Gemeinde für gemeinsame Ziele einsetzt.

5. Mitgefühl:

Bringen Sie den Kindern bei, das Leid anderer zu sehen und zu lindern. Mit tröstenden Worten, mit praktischer Hilfe, mit Sach- und Geldspenden. Richten Sie eine Familiensparkasse für gute Zwecke ein. Entscheiden Sie gemeinsam, wer das Geld erhalten soll. Sortieren Sie zusammen Sachen für die Kleidersammlung aus.

6. Dankbarkeit:

Gemeint ist nicht der artige Knicks, sondern die Dankbarkeit dafür, dass wir leben. Öffnen Sie Ihren Kindern die Augen für die Schönheit und Wunder der Natur. Beim Wandern, bei der Gartenarbeit, bei der Tierpflege.

7. Freundschaft:

Vermitteln Sie Ihren Kindern, wie bereichernd es ist, Freud und Leid mit Freunden zu teilen, loyal und treu zu sein. Dass es aber auch Zeit und Energie kostet, Freundschaften zu pflegen. Laden Sie zu bestimmten Anlässen Freunde ein und lassen Sie Ihre Kinder dabei sein. Und seien Sie ihnen selbst ein Freund!

8. Friedfertigkeit:

Halten Sie bei Streit in der Familie eine Konferenz ab, bei der jeder zu Wort kommt. Schließen Sie Kompromisse. Verurteilen Sie die Glorifizierung von Gewalt, etwa im Kino oder Fernsehen (und heute vor allem im Internet oder Computer, Anm. d. R.).

9. Reife:

Um persönliche Reife zu erlangen und im Leben bestehen zu können, brauchen Kinder gute „Wurzeln“ wie Liebe, Fürsorge und eine gute Ausbildung; aber auch „Flügel“ wie Zuversicht und Ideale. Vermitteln Sie ihnen Hoffnungen und Ziele.

10. Glaube:

Der Glaube an das Gute oder an Gott schenkt jedem Menschen Stärke, Einsicht und Trost. Versuchen Sie, in den Kindern diesen Glauben zu wecken. Das geht, indem Sie mit ihnen im Gebet Dank sagen und um Schutz und Unterstützung bitten. Aber auch in der Natur können Sie ihnen an Beispielen die Kraft und Liebe Gottes erklären.

 

Wer diese Regeln befolgt, erfüllt die Definition des Familienpapstes Johannes Paul II.:

„Erziehung ist Beschenkung mit Menschlichkeit.“

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