Familienpolitik

Lebensverläufe geben Auskunft über die Bedeutung der Familie

Langzeitforschung zeigt die Bedeutung von Familie im Laufe des Lebens und für die Entwicklung der Menschen. Die Beispiele Bildung und Bindung zeigen den Einfluss der Familie.
Sina Fackler
Foto: Peter Winnemöller | Sina Fackler vom Deutschen Jugendinstitut sprach über die Lebensverlaufsforschung.

Am zweiten Tag der Tagung „Familie besteht ihre Krise“ der Konrad–Adenauer–Stiftung in Bonn stellte Sina Fackler vom Deutschen Jugendinstitut die LifE–Studie vor. Zu Beginn gab die Wissenschaftlerin einen Überblick über den Bereich der Lebensverlaufsforschung. Die LifE–Studie ist sehr aussagekräftig für bestimmte Aspekte von Lebensverläufen. Für die Langzeitstudie wurde eine Gruppe von rund 4.000 Probanden mit damals 12 Jahren ab 1979 mehrfach befragt. Dazu wurden Vergleichsdaten anderer Altersgruppen erhoben. Erneute Befragungen fanden in den Jahren 2002, 2012 und zuletzt 2022 statt. Die Zahlen von 2022 sind noch nicht veröffentlicht. 

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Langzeitbeobachtung 

Zur Veranschaulichung der Bedeutung unterschiedlicher Aspekte im Verlauf des Lebens der Probanden werden in Form eines Ressourcenmodells dargestellt. Die Auswahl der Probanden stellt einen repräsentativen Schnitt der Gesellschaft dar. Viele Daten, so Sina Fackler seien nahe an den Daten des Mikrozensus. Dass die Studie auch zu überraschen vermag, zeigte sich an der Zahl der Ledigen im Jahr 2022. Rund ein Drittel der Probanden war zu dem Zeitpunkt noch ledig. In etwa der gleiche Wert zeigte sich bei der Kinderlosigkeit, auch hier war zu dem Zeitpunkt der 2002er Befragung rund ein Drittel der Probanden ohne Kinder.

Lebensverlauf und Familie 

Welche Relevanz Lebensverlaufsforschung für die Darstellung der Bedeutung der Familie hat, stellte Sina Fackler beispielhaft am Zusammenhang zwischen Scheidungserfahrung und Klassenwiederholung dar. Scheidungserfahrung erhöhe die Wahrscheinlichkeit einer Klassenwiederholung signifikant. Es gebe eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit, erklärte die Wissenschaftlerin. Mit Hilfe einer Grafik zeigte Fackler den Zusammenhang detailliert auf. Im Umkehrschluss zeigt sich hier die Bedeutung einer intakten Familie für den Bildungserfolg. Es folgten zahlreiche aus der Studie erhobene Folgerungen, die Tendenzen in den Lebensverläufen aufzeigt. Dabei standen sowohl Bildungs- und Ausbildungserfolge ebenso im Fokus, wie der Einfluss von bestimmten Lebenshaltungen in der Jugend auf den Verlauf des Lebens statt. Durch das Design der Langzeitstudie lassen sich Einflüsse von Erfahrungen aus Kindheit und Jugend auf den späteren Lebensverlauf aufzeigen.

Im Anschluss an die fand eine engagierte Diskussion der Teilnehmer zur Bedeutung der Lebensverläufe für Familien statt.  Welche Erfahrungen in Kindheit und Jugend, besonders im familiären Kontext, schlagen auf die spätere Entwicklung der Menschen durch, war eine viel diskutierte Frage. Für den Bereich Familienpolitik, so Moderatorin Mechthild Löhr, gebe es sehr viele Studien, die sehr viele Fragen für die Familienpolitik und die Bedeutung der Familie zeigen. DT/pwi

Lesen Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost einen ausführlichen Bericht zur Veranstaltung „Familie besteht ihre Krise“.

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Meldung Konrad-Adenauer-Stiftung Mechthild Löhr

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