Impulse des „Instituts für Ehe und Familie“ für Tagespost-Leser

Triggerpunkte

Im Zusammenleben ist es wie bei Rückenschmerzen: Heilung tritt ein, wenn man sich der Ursache der Probleme stellt und eigene Schuld eingesteht.

Coronazeiten : Triggerpunkte des Zusammenlebens
Oft lassen die Situationen, bei denen man seine eigene Schuld am Problem nicht einsehen wollte, besonders überreagieren. Foto: Arno Burgi (dpa-Zentralbild)

Rückenschmerzen sind bekanntlich die Volkskrankheit Nr. 1, fast niemand ist davor gefeit, irgendwann einmal darunter zu leiden. Trifft diese Statistik den eigenen Körper, tröstet das aber wenig. Man humpelt zum Arzt und hofft auf Hilfe durch Behandlung. Vor einiger Zeit fand auch ich mich mit ärztlicher Verordnung auf der Behandlungsliege wieder und legte meine Schmerzen nicht nur sprichwörtlich in die Hände eines Therapeuten meines Vertrauens. Und dieser handelte, aber wie! Mit gekonntem Druck auf eine ganz bestimmte Stelle, die ich selbst niemals in Zusammenhang mit meinem Problem gesehen hätte, stieg der Schmerz so schlagartig an, dass mir die Luft wegblieb.

Die inneren Verhärtungen lösen

Über den Reiz dieses sogenannten Triggerpunktes wurde zielgenau die tiefere, eigentliche Ursache des Problems getroffen. So stechend schmerzhaft, dass ich am liebsten geflohen wäre. Mein reflexartiges Ausweichen half aber gar nichts, erbarmungslos suchte der Therapeut erneut dieselbe Stelle, um die innere Verhärtung zu reizen – dadurch aber auch endlich lösen zu können.

Im Zusammenleben ist es ähnlich: Es gibt schmerzhafte Erlebnisse, die als vergrabene Erinnerungen innere Verhärtungen verursachen, die das Miteinander blockieren. Bestimmte Situationen, Aussagen oder Handlungen, die auf den ersten Blick nichts damit zu tun haben, treffen unerwartet die schmerzhaften Punkte, und es kommt zu einer Überreaktion.

Sich der Ursache stellen

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass gerade oft die Situationen, bei denen ich meine eigene Schuld am Problem nicht einsehen wollte, mich besonders überreagieren lassen. Ausweichen hilft da genauso wenig, wie sich unter der Hand des physikalischen Therapeuten „wegzuwinden“. Heilung tritt dann ein, wenn man sich der Ursache stellt, sich auch – ziemlich schmerzhaft – den eigenen Schuldanteil eingesteht. Und gegebenenfalls um Vergebung bittet.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Ehe und Familie (IEF) in Wien, einer Einrichtung der Österreichischen Bischofskonferenz, bietet Ihnen „Die Tagespost“ für die Dauer der Corona-Krise täglich einen Tipp für Ehen und Familien. Weitergehende Hintergründe, Informationen und Analysen finden Sie in Ihrer jeden Donnerstag erscheinenden TAGESPOST sowie auf www.ief.at/coronahilfe

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