Würzburg

Hallo! Aufwachen!

Der Entrechtung der Eltern folgt die Ideologisierung der Kinder: Beispiele aus der Beratungspraxis zeigen, wie in Kitas und Schulen heute schon manipuliert wird.

Verärgerter Junge sitzt in einem dunklen Raum.
Immer häufiger werden Kinder in öffentlichen Einrichtungen mit Inhalten konfrontiert, die „aufklären“ sollen, aber stattdessen verstören. Hier braucht es starke Rechte für Eltern. Foto: Adobe Stock

Die zwölfjährige Tochter kommt am frühen Nachmittag nach Hause. Sie ist ungewöhnlich still, isst ihr Mittagessen ohne Appetit. Die Mutter spürt, dass etwas nicht in Ordnung ist und fragt, was denn so bedrücke. Langsam beginnt das Mädchen zu berichten. Es ist aufgewühlt, so viele Gefühle seien in ihr im Widerstreit. Scham, Ohnmacht, Wut. Der Grund: Ohne Ankündigung wurden heute im Unterricht vor die Schülerinnen und Schüler Holzpenisse gestellt, die sie mit Kondomen überziehen sollten.

Ziel der Aktion: „Für Verhütung fit werden.“ Das Mädchen hatte allen Mut zusammengenommen und der Lehrerin gesagt, dass sie das peinlich fände und deshalb nicht tun wolle. Die Lehrerin ließ ihren Widerstand nicht gelten. Mit scharfen Worten wird das Kind „auf Kurs“ gebracht. „Alle machen mit, du auch!“, fährt die Lehrerin sie an. Sie habe es dann unter Tränen getan, erzählt das Mädchen, sichtlich gedemütigt.

Fragen zu Sex in eine Box

 

– Der neunjährige Sohn erzählt am Abend fast wie nebenbei: „Da steht jetzt eine Fragenbox in der Klasse. Wir sollen Fragen zu Sex einwerfen.“ Die Eltern haben von dieser Methodik noch nie etwas gehört. Sie fragen nach und erfahren von ihrem Sohn: „Die Fragen darf man anonym einwerfen, damit sich alle trauen, alles zu fragen, was sie über Sex wissen wollen. Die Lehrerin liest dann alle Fragen vor und beantwortet sie vor der ganzen Klasse.“ Den Eltern wird mulmig zumute. Der Sohn berichtet weiter: „Die Schlimmsten der Klasse haben zu mir gesagt, dass sie ganz eklige Fragen einwerfen werden!“ Die Eltern spüren die Angst ihres Kindes vor dem, was auf ihn zukommen könnte. Er interessiert sich für Lego, Fußball und Abenteuergeschichten. Er findet es toll, dass es Babys gibt. Die Eltern haben schon mal ein einfühlsames Gespräch über das Thema mit ihm geführt. Er sagte dazu nur: „Es braucht eine Mama und einen Papa. Weiß ich doch schon.“ Genauere Einzelheiten interessierten ihn nicht. Und nun die Angst vor der Fragenbox! Er will die ekligen Fragen der anderen nicht hören müssen.

– Der vierjährige Sohn berichtet seinem Vater beim Abholen vom Kindergarten: „Papa, der Junge aus der Spielgruppe will mich immer ins Kuschelnest ziehen. Er sagt, er will, dass ich dort meine Hose ausziehe, damit er mir was in den Popo stecken kann. Ich will das aber nicht!“ Der Vater fällt aus allen Wolken und spricht am nächsten Morgen mit der Betreuerin. Diese hört sich den Bericht seelenruhig an und sagt dann: „Solche frühkindlichen Spiele sind ganz normal. Das steht so in unserer Erzieherfachzeitschrift.“ „Mein Sohn will das aber nicht“, entgegnet der Vater empört. „Das müssen die Kinder unter sich ausmachen“, meint die Betreuerin, die einfach tatenlos bleiben will.

Wunsch nach Geschlechtsumwandlung  sei ganz natürlich

– Mehrere Kinder einer sechsten Jahrgangsstufe berichten ihren Eltern unabhängig voneinander, dass beim Schulprojekt der coole junge Redner erklärt habe, man könne sich in jeden und alles, auch in eine Kartoffel verlieben. Sie hätten alle gelacht und später ihrem Biologielehrer davon berichtet. Der habe aber erklärt, dass das schon richtig so sei. Darüber hinaus käme es auch oft vor, dass in ihrem Alter der Wunsch entstünde, sich einer Geschlechtsumwandlung zu unterziehen. Auch das sei ganz natürlich, heute völlig problemlos und ganz einfach möglich. Die Kinder sind geschockt.

– Eine Mutter berichtet, ihr siebenjähriger Sohn habe tagelang ungewöhnlich still und zurückgezogen gewirkt. Sie habe das mit wachsender Sorge beobachtet. Plötzlich sei er zu ihr gekommen und habe – wie von zentnerschwerer Last befreit – gesagt: „Mama, ich weiß jetzt, dass ich ein Junge bin.“ „Natürlich bist du ein Junge“, habe sie erstaunt geantwortet, „wie kommst du auf so was?“ „Die Lehrerin hat uns gesagt, dass wir uns genau überlegen sollen, ob wir wirklich Junge oder Mädchen sind.“

– Das Kind mit Down-Syndrom ist während der Woche in einer staatlich anerkannten Schule mit Heim untergebracht. Die Eltern haben Vertrauen in die Einrichtung, bis sie erfahren, dass darüber nachgedacht wird, sogenannte „Sex-Assistenten“ zur Stimulierung der behinderten Jugendlichen in der Einrichtung anzustellen.

Kinder sind vor negativen Einflüssen zu schützen

Das sind nur einige Beispiele. Ihre Zahl ist Legion! Sie stammen aus tatsächlichen Beratungen. Die beratenen Eltern wehrten sich und hatten Erfolg. Offensichtlich müssen sich Eltern immer öfter zur Wehr setzen. Sie berichten immer häufiger von sprachlich niveauloser, sexuell aufgeladener Schul-„Literatur“, fragwürdigen Kino- und Theaterbesuchen, Schulprojekten mit Rollenspielen oder Workshops, voll von expliziten oder obszönen Begriffen, Bildern und Handlungsangeboten, von denen Kinder ihren Eltern verstört berichten.

All das ist schamverletzend und verwirrt die Kinder in ihrer natürlichen Entwicklung. Themen, die die Intimsphäre der Kinder betreffen, sollten an erster Stelle in der Familie besprochen werden. Diese Gespräche brauchen Zeit und Einfühlungsvermögen und man führt sie nicht nach Stundenplan. In vertrauter Umgebung kommen Eltern mit ihrem Kind ins Gespräch. Sei es beim Mittagessen am Küchentisch, auf dem Sofa im Wohnzimmer, beim Ausflug am Wochenende.

Es sind die Eltern, die aufmerksam werden, wenn ihr Kind still, bedrückt oder besorgt aus Kita oder Schule nach Hause kommt. Sie sind es, die nachfragen und hellhörig werden, wenn sie von irritierenden Inhalten und verstörenden Erlebnissen in Kitas und Schulen erfahren. Eltern kennen ihr Kind besser als jeder andere und es liegt deshalb in ihrer Verantwortung, die Gefühle ihres Kindes ernst zu nehmen, ihr Kind vor negativer Einflussnahme zu schützen und es gegen Übergriffe zu verteidigen.

Artikel 6 des Grundgesetzes hat sich 70 Jahre bewährt

Wer sonst als die Eltern müssen deshalb mit den notwendigen Rechten ausgestattet sein, um im Interesse ihrer Kinder handeln zu können!? Als die Väter und Mütter des Grundgesetzes 1949 dem natürlichen Elternrecht Verfassungsrang einräumten und es als Abwehrrecht gegen den Staat in Artikel 6 verankerten, hatten sie die staatlichen Übergriffe des Dritten Reiches mit seiner totalitären und kollektivistischen Erziehung der Kinder und Jugendlichen noch deutlich vor Augen. Die nationalsozialistische Gleichschaltung war ihnen und sollte uns eine ständige Mahnung sein: Die Entrechtung der Eltern hat immer die Ideologisierung der Kinder zur Folge!

In Artikel 6 des Grundgesetzes wurde daher ein wichtiges, freiheitliches Prinzip festgeschrieben: Die Eltern besitzen das natürliche Recht, die ersten Erzieher, Interessens- und Rechtsvertreter ihrer Kinder zu sein, und zwar zum Wohl ihrer Kinder. Dieses Elternrecht ist gleichzeitig Verpflichtung. Erst wenn Eltern ihrer Pflicht zur Pflege und Erziehung ihrer Kinder nicht nachkommen, dürfen ihre Rechte eingeschränkt werden. In diesen Ausnahmefällen von elterlicher Gewalttätigkeit, Vernachlässigung oder Verwahrlosung der Kinder greift das staatliche Wächteramt ein. Dieses kluge und ausgewogene Rechtsverhältnis zwischen Eltern, Kindern und Staat hat sich nun bereits 70 Jahre sehr bewährt.

Dennoch ist das Elternrecht heute wieder Angriffen ausgesetzt, vor allem von rot-rot-grüner Seite und es ist erstaunlich, dass ausgerechnet die CSU im Bundestagswahlkampf 2017 diese alte, linke Forderung übernahm und die Aufnahme sogenannter „Kinderrechte“ ins Grundgesetz in ihr Wahlprogramm schrieb. Von dort fand sie alsbald den Weg in den Koalitionsvertrag der GroKo. „Kinderrechte“ ins Grundgesetz?

Kinderrechte erleichtern Eingriffe in das Familienleben

Was so harmlos und nett klingt, ist tatsächlich ein trojanisches Pferd, das die Festung des natürlichen Elternrechts endgültig zu Fall bringen soll. Wie zahlreiche Gutachten von renommierten Verfassungs- und Staatsrechtlern und vor allem die Beispiele aus dem Ausland darlegen, verbessern „Kinderrechte“ nicht das Leben von Kindern, sondern erleichtern vielmehr staatlichen Behörden die Eingriffe in das Familienleben. Indem der Staat sich zum primären Anwalt vermeintlicher Kindesinteressen erhebt, könnte er bald Maßnahmen auch gegen den Willen der Eltern durchsetzen. Man schaue mal nach Norwegen.

Zum Beispiel könnte nach einer Grundgesetzänderung der Einspruch von Eltern gegen eine schamverletzende, schulische Sexualaufklärung mit Hinweis auf ein angebliches „Kinderrecht“ auf „sexuelle Bildung“ abgewiesen werden. Unter Berufung auf „Kinderrechte“ könnte der Staat als „Anwalt der Kinder“ sogar Hormonbehandlungen und Geschlechtsumwandlungen „auf Wunsch“ der Kinder einfordern, auch wenn die Eltern dagegen sind.

Doch der Widerstand gegen die drohende Entrechtung der Eltern wächst. Auch innerhalb von CDU und CSU mehren sich die kritischen Stimmen. Es bleibt zu hoffen, dass unter den Bundestagsabgeordneten der Union neben rechtlichem Sachverstand noch ausreichend gesunder Menschenverstand und Freiheitsliebe vorhanden sind, um diese Gefahr für das Elternrecht abzuwenden. Denn es sind vor allem die Eltern, die ihre Kinder und deren Rechte am besten schützen und verteidigen!

Sabine Weigert ist die Sprecherin der „Initiative Elternaktion“ in Bayern. Auch in anderen Bundesländern bietet die Initiative persönliche Beratung für Eltern an. Kontakt und weitere Informationen: www.elternaktion.de.

Petition gegen „Kinderrechte“ im Grundgesetz: www.citizengo.org.

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