Eichstätt

Mehr als reine Sprachkompetenz

In einem neuen Studiengang der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt stehen romanischsprachige Regionen und Staaten weltweit im Mittelpunkt.

Solides Wissen erwerben
Wer über den Notebookrand eines Studienfachs hinausschauen will, fährt gut mit einem interdisziplinär angelegten Studiengang. Foto: Symbolbild: Imago

Mit dem Wintersemester 2020/21 erweitert die Katholische Universität (KU) Eichstätt-Ingolstadt ihr Angebot um den Bachelor-Studiengang „Romanistik – Wirtschaft – Geographie“. Im Gespräch mit der „Tagespost“ erläutert Barbara Kuhn, Professorin am Lehrstuhl für Romanische Literaturwissenschaft I und Ansprechpartnerin für den neuen Studienzweig, mit dem neuen inter- und transdisziplinären Studiengang „sollen die unterschiedlichen Perspektiven der drei Disziplinen gezielt kombiniert werden, um die komplexen Zusammenhänge zwischen Menschen, Räumen, Wirtschaft und Kulturen in umfassender Weise zu untersuchen“.

Solides Wissen erwerben

Zwar besteht an der KU Eichstätt bereits ein Europastudiengang, den jedoch laut Barbara Kuhn eine „dezidiert sprach-, literatur- und kulturwissenschaftliche Ausrichtung“ kennzeichnet. Demgegenüber sollen im neuen Studiengang romanischsprachige Regionen und Staaten weltweit im Mittelpunkt stehen und „zur sprach- und literaturwissenschaftlichen Herangehensweise die geographische und die wirtschaftswissenschaftliche Perspektive“ hinzukommen. Weil sich die Studenten zunächst für eine romanische Sprache entscheiden, können sie in den drei Jahren des Bachelorstudiums ein solides Wissen zu kulturellen und historischen Gegebenheiten der gewählten Sprache und Kultur sowie zu den entsprechenden Regionen und Staaten erarbeiten.

Auf den zunächst anlaufenden Bachelor- soll später ein Masterstudiengang folgen. Allerdings stehen den Bachelor-Absolventen auch verschiedene Masterstudiengänge zur Auswahl, die mehrere Disziplinen kombinieren, etwa der „Master of Science Tourismus und Regionalplanung“. Mit dem neuen Studiengang soll „für die vielfältigen Anforderungen unserer Zeit ein adäquates Angebot“ gemacht werden, „das weder auf die erforderliche Vertiefung noch auf den ,Blick über den Tellerrand‘ hinaus verzichtet“.

Auslandssemester empfophlen

In der Natur des neuen Studiengangs liegt es, dass für ihn die Auslandserfahrung eine wichtige Rolle spielt. So wird ein Auslandssemester nachdrücklich empfohlen: „Der Studiengang ist so angelegt, dass das fünfte Semester sehr gut im Ausland absolviert werden kann, wobei die Wahl zwischen vielen Partneruniversitäten besteht, die die KU nicht nur in Europa, sondern beispielsweise auch in Lateinamerika hat, so dass auch die Frage der Anrechnung von im Ausland erbrachten Studienleistungen kein Problem darstellt.“ Vorgeschrieben ist freilich ein Berufspraktikum, das ganz oder teilweise im Ausland absolviert werden kann. „Auch in diesem Bereich können wir zudem wiederum auf Erfahrungen etwa in der Romanistik zurückgreifen“, sagt Kuhn.

Zum Selbstverständnis der Katholischen Universität gehört die Vermittlung von „Sinn- und Wertorientierung sowie sozialen Kompetenzen“. Dies äußere sich, so die Romanistik-Professorin, in einer „ausgesprochen intensiven Betreuung“ in häufig kleineren Gruppen in den Lehrveranstaltungen. Außer „zahlreichen Möglichkeiten des Engagements in sehr unterschiedlichen Bereichen“ biete die KU zusätzlich zum fachlichen Angebot auch weitere Möglichkeiten, etwa das zum Studiengang gehörende Angebot „Studium.Pro“, „durch das weitere Perspektiven etwa auf verantwortliches Handeln in unserer so komplexen Welt, auf gesellschaftlich aktuell relevante Fragen, auf Persönlichkeitsbildung und vieles mehr eröffnet werden“. Mindestanforderung sei das Absolvieren eines Moduls aus dem fächerübergreifenden Angebot, weitere Module könnten aber auch belegt werden.

Hybrides Wintersemester

Die Corona-Pandemie wirkt sich auch an der KU Eichstätt auf den Lehrbetrieb aus. Nachdem im Sommersemester die Lehrveranstaltungen nur online stattfinden konnten, möchte die KU so viel Präsenzlehre wie möglich bieten. Deshalb spricht die KU von einem „hybriden“ Semester: Die Studienanfänger werden zwar einige Vorlesungen in digitaler Form besuchen, aber sowohl Begrüßungs- und Orientierungsveranstaltungen als auch Sprachkurse, Einführungen und Tutorien werden zum größten Teil live stattfinden. „Einmal mehr erweisen sich hier die kleineren Gruppen als großer Vorteil“, so Kuhn. „Selbstverständlich reagieren wir auf eventuelle Änderungen sofort; nach den Erfahrungen im vergangenen Semester sind wir gut vorbereitet, wenn wir auch für die kleinen Gruppen zeitweise wieder in den digitalen Modus wechseln müssen“, sagt Barbara Kuhn. „Bis dahin aber freuen wir uns sehr, dass wir zumindest in einigen Lehrveranstaltungen direkt an der KU in Eichstätt und Ingolstadt sein können und auf diese Weise auch in den neuen Bachelorstudiengang Romanistik – Wirtschaft – Geographie einsteigen.“

 

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