Heiligenkreuz

Heiligenkreuz ist ein Gesamtkunstwerk

Nach Corona fährt die Hochschule im Wienerwald jetzt wieder hoch, trotz Sorge um ausbleibende Spenden.

Hochschule Heiligenkreuz
Trotz Corona galt in Heiligenkreuz von Anfang die Devise: „Wir bleiben den Studenten so nah wie möglich." Foto: Stephan Baier

Die Corona-Krise traf auch Zisterzienser-Kloster und Hochschule Heiligenkreuz. Doch mit strengen Regeln, Schutzmaßnahmen und Bittgebeten wurde die Epidemie hier gestoppt: im Stift wie unter den Studierenden. Jetzt kehrt schrittweise wieder Leben ein: mit Betern, Touristen und Studenten. Die Sorge um Spenden aber bleibt.

Ausbreitung des Virus unerwartet gestoppt

Pater Wolfgang Buchmüller, der Rektor der „Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz“, meint, der liebe Gott müsse Heiligenkreuz wohl sehr mögen, so unerwartet und wunderbar wurde die Ausbreitung des Virus hier gestoppt. Es gab Corona-Fälle unter den Studierenden, so dass der Rektor am 11. März den regulären Vorlesungsbetrieb einstellen musste. Seitdem laufen alle Vorlesungen und Seminare über E-Learing-Programme weiter, die Professoren stellen ihre Lehrinhalte online zur Verfügung.

Im Interview mit der „Tagespost“ bestätigt Pater Johannes Paul Chavanne, der Generalsekretär der Hochschule: „Wir konnten alle Lehrveranstaltungen in elektronischer Form durchführen. Jetzt, zum Ende des Semesters, werden alle Prüfungen teils in elektronischer Form, teils – unter den geltenden Bestimmungen – vor Ort durchgeführt. Die Studierenden haben kein Semester verloren. Alle haben die Möglichkeit, das Semester regulär zu beenden.“ Doch von Anfang an sei die Devise gewesen: „Wir bleiben den Studenten so nah wie möglich.“ 

Hoffnung auf normalen Lehrbetrieb

Die Leitung der Hochschule hofft, dass „bald wieder ein ganz normaler Lehrbetrieb an der Hochschule stattfinden kann“, so der Generalsekretär. „Wir werden uns immer an die bestehenden Gesetze halten, aber das Maximale machen.“ Etwa die Hälfte der rund 300 Studenten ist auf dem Weg zum Priestertum, ein weiteres Drittel prüft eine Priesterberufung. Damit ist die 1802 von vier niederösterreichischen Zisterzienseräbten gegründete Hauslehranstalt, die 1976 zur öffentlich-rechtlichen Hochschule und 2007 zur Hochschule päpstlichen Rechts erhoben wurde, heute die größte Priesterausbildungsstätte im deutschen Sprachraum.

Dass sie durch die Corona-Krise nun wirtschaftlich in turbulente Gewässer geraten könnte, ist daher keineswegs ein bloß regionales Problem. „Die Hochschule finanziert sich fast zur Gänze aus Spenden. Wenn die Spender wegfallen, ist der laufende Betrieb gefährdet“, sagt Pater Johannes Paul im Gespräch mit der „Tagespost“.

DT/sba

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