Leben

Hausmittel: Was gehört in eine moderne Hausapotheke?

Eine kleine, gut sortierte Hausapotheke aufzubauen, ist niemals eine schlechte Idee. Kleinere Wehwehchen und Leiden lassen sich so gut im Keim ersticken oder lindern. Aber was hilft wogegen und welches Equipment sollte in jeder Hausapotheke zu finden sein?
Tee kann bei verschiedenen Leiden helfen
Foto: pixabay | Tee kann bei verschiedenen Leiden helfen - deshalb ist er auch ein erweiterter Teil der Hausapotheke.

Vorab: die absolute Notwendigkeit

Bevor es an die echten Hausmittel geht, sollte die Hausapotheke auf Verbandszeug hin überprüft werden. Gut ist ein eigener Verbandskasten, wobei es diesbezüglich auch der abgelaufene Kasten aus dem Fahrzeug sein darf, sofern die einzelnen Produkte nicht geöffnet wurden. Verbandsmaterialien, Kompressen, Unterlagen und Verbandszeug, um einen Druckverband anzulegen, aber auch Pflaster (einzelne Strips und Flächenpflaster) dürfen in keiner Hausapotheke fehlen. 

Hausmittel gegen Erkältung

Die Hausapotheke deckt im Regelfall die häufigsten Wehleiden im Alltag ab. Die Erkältung oder andere Varianten der grippalen Infekte gehören natürlich mit dazu. Viele der Hausmittelklassiker bei Erkältungen werden zwar in der Küche aufbewahrt, doch im Schrank sollten folgende Mittelchen nicht fehlen: 

- Erkältungsöl – Eukalyptus- oder Minzöl ist ein Hausmittel, welches nicht allein bei Erkältungen für freie Atemwege hilft, sondern auch gegen Kopfschmerzen eingesetzt werden kann. Das Öl lässt sich auf der Haut verteilen, in ein heißes Bad geben oder auch inhalieren. Auf ein Tuch geträufelt und in den Nacken gelegt wirkt es zudem über längere Zeit. 

- Fenchelhonig – in der Küche wird er weniger genutzt, doch in der Hausapotheke lindert er Halsschmerzen und kann, in Wasser aufgelöst, auch bei Hustenreiz helfen. 

- Spitzwegerichhustensaft – er hilft bei Husten und sollte stets einen Platz im heimischen Apothekerschrank haben. 
Wenn es um die Behandlung von leichtem Fieber geht, bieten sich wiederum Hausmittel aus dem Küchenbereich an. 

Hausmittel gegen Schmerzen 

Auch bezüglich der Schmerzlinderung stellen sich Küche und Hausapotheke eher gleich. Bei Insektenstichen helfen nun einmal Zwiebeln, doch werden diese selten in der Hausapotheke aufbewahrt. Auch rund um die Kühlung von Insektenstichen oder Verstauchungen kommt die Hilfe aus der Küche: Kompressen oder auch Quarkwickel. In die Hausapotheke hingegen kommen: 

- Schmerzlindernde Tees – Kamillentee kann Bauchschmerzen lindern, auch wirkt die Kamille entzündungslindernd. Kümmeltee eignet sich bei Magen-Darm-Beschwerden, Pfefferminztee wirkt entkrampfend. 

- Pfefferminz-/Eukalyptusöl – bei Kopfschmerzen lindern diese Öle den Schmerzreiz, zudem fühlen sie sich kühl an. 

- CBD-Öl – Cannabidiol wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd und ist somit ein gutes Hausmittel bei vielen Schmerzen und Leiden. Es werden der CBD Wirkung noch viele weitere mögliche Vorteile zugeschrieben, die jedoch nicht abschließend untersucht wurden.

- Nelken – ganze Nelken haben eine betäubende Wirkung und werden gerade zur Linderung von Zahnschmerzen eingesetzt. Sie beheben das Problem natürlich nicht, doch lindern sie den Schmerz bis zur Behandlung. 

- Salben – es gibt viele Salben auf pflanzlicher Basis, die sich hervorragend zur Behandlung von Sportverletzungen oder Gelenkproblemen eignen. Wichtig: Bei länger anhaltenden Schmerzen oder offensichtlichen ernsthaften Verletzungen ist der Arztbesuch unverzichtbar. 

Rund um die Behandlung von Schmerzen muss immer im Hinterkopf behalten werden, dass Schmerzen ein Warnsignal des Körpers sind. Etwas stimmt nicht. Sollten die Probleme über drei Tage anhalten oder sich gar verschlimmern, ist der erste und einzige Schritt immer, den Arzt aufsuchen. Rund um offene Wunden sollten Salben oder Öle nicht genutzt werden. 

Hausmittel gegen Pickel 

Während echte Akne oder auch Ausschläge anderweitig und korrekt behandelt werden müssen, kennt den obligatorischen Pickel zur ungünstigsten Zeit jeder. Aber wie lassen sie sich behandeln? Gibt es Hausmittel? Ja: 

- Kamille – die entzündungshemmende Eigenschaft von Kamille hilft dabei, die entzündlichen Prozesse zu lindern. Ein Wattebausch wird dazu in Kamille getränkt und auf die betroffene Stelle gelegt. 

- Kartoffel – stört ein Pickel, ist er aber noch nicht ausreichend gereift, so kann er mit einer gekochten und zerstampften Kartoffel, die in ein feuchtes Tuch gewickelt wird, zur Reifung gebracht werden. Letztendlich dient die Kartoffel nur der Wärmezufuhr, das Prinzip funktioniert auch mit einem warmen Kamillenwickel. 

- Teebaumöl – mit dem Öl kann die betroffene Stelle bestrichen werden. Das Öl lindert die Entzündung und beschleunigt den Heilungsprozess. 
Hausmittel finden, wie fast alle Pickelmittel, ihre Grenzen, wenn das sprichwörtliche Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Ein Pickel lässt sich ganz zu Anfang seiner Entstehungsphase noch gut behandeln, ist er erst einmal ausgeprägt, so kann nur noch die Heilung unterstützt werden. 

Jahreszeitliche Leiden 

Im Sommer wie auch im Winter ist die Haut oft stark beansprucht. Die Sonne hinterlässt Spuren, im Winter trocknet die Haut dank Kälte und Heizungsluft aus. Aber gibt es nicht auch Hilfe aus der Haus- und Küchenapotheke?

- Leichter Sonnenbrand – »leicht« ist hier das Stichwort. Die gerötete Haut kann mit Quark gekühlt werden. Ebenso sinnvoll und leichter haltbar aufzubewahren, ist die Aloe Vera. Die Grünpflanze ist pflegeleicht, wächst beständig und es genügt, einen der Stängel abzuschneiden und die austretende Flüssigkeit auf der Haut zu verteilen. Tipp: Das funktioniert auch bei trockener Haut. 

- Trockene Haut – das Rezept vieler Großmütter war: Butter. Ein wenig Butter wurde auf die Hautstelle gestrichen. Melkfett ist jedoch besser geeignet, wie auch Aloe Vera. Eine simple Hilfe kann sich jeder nach dem Duschen gönnen: Babyöl. Der Körper wird nur wenig abgetrocknet, dann wird das Babyöl großzügig auf der Haut verstrichen, sodass es die Feuchtigkeit einschließt. 

- Haare – auch für die Haare lässt sich etwas in der Hausapotheke finden. Sicherlich, Ei- und Bierspülungen kennt jeder, doch wie wäre es mit einer Ölkur? Olivenöl hilft nun ebenso gut wie Babyöl. Beides wird in das feuchte Haar verteilt und darf nun unter einem Handtuch für etliche Stunden (oder über Nacht) einwirken. Gründlich auswaschen nicht vergessen!

Ein gutes Peeling kann zu jeder Jahreszeit übrigens mit ein wenig Backpulver bestritten werden. Das Pulver hilft auch bei der Hornhautentfernung an den Füßen. 

Fazit – immer bestens vorbereitet sein

Sicherlich lässt sich eine Hausapotheke nicht vollständig von der Küche abgrenzen, wenn auf Hausmittel geachtet wird. Viele derer sind in der Küche zu finden und gehören fast zum Alltag dazu. Gegen Schmerzen, Erkältungsleiden, Pickel oder auch Hautleiden findet sich unter den Hausmitteln aber sicher etwas. Wer zusätzlich noch CBD-Öl im Haus hat, der besitzt einen kleinen Alleskönner, der sich bei fast allen Leiden einsetzen lässt. 

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