„Brot und Spiele für das Volk“

Trier bot bei Römerspektakel römische Geschichte zum Anfassen

Trier (DT/dpa) Die älteste deutsche Stadt Trier ist wieder fest in römischer Hand. Vor den Kaiserthermen haben etwa hundert Legionäre aus ganz Europa ihr Marschlager aufgeschlagen. Im Amphitheater zieht der spätrömische Kaiser „Konstantin der Große“ ein und lässt sich mit Gladiatorenkämpfen vom Volk feiern. Und vor dem römischen Stadttor Porta Nigra marschieren Soldatentrupps mit Rüstung und Schilden auf. Römische Geschichte zum Anfassen und Erleben bietet das bundesweit größte Römerspektakel „Brot und Spiele“. Mit einem Besucherrekord endete die sechste Auflage des Römerfestes, bei dem sich insgesamt 235 000 Menschen an den antiken Stätten Triers bei Honigwein und römischen Würstchen in alte Zeiten zurückversetzen ließen. In diesem Jahr gehörte es zum Programm der europäischen Kulturhauptstadt „Luxemburg und Großregion“.

Im Amphitheater hat Kaiser Konstantin persönlich zu Gladiatorenkämpfen geladen. Zu seiner Hochzeit mit Fausta habe er „keine Kosten und Mühen gescheut“, um „die Besten im Westen“ zu bieten, sagt sein „persönlicher Lobredner“ in der neu inszenierten Show „Blutiger Lorbeer“. Von einer gigantischen Kaiserloge aus auf dem Mauerwerk der knapp 2 000 Jahre alten Arena lässt sich Konstantin in seiner einstigen Residenzstadt feiern. Damit ist erstmals ein historisches Ereignis aus der römischen Geschichte Triers die Grundlage der Show: Konstantin und Fausta sollen 307, also genau vor 1 700 Jahren, in Trier geheiratet haben.

Autor und Regisseur der Römer-Show, Alexander Etzel-Ragusa, sagt: „Es ist eine Geschichte, die mit Trier zu tun hat und einen guten Einblick in das Leben des Machtmenschen Konstantin bietet.“ So lässt der Kaiser Schlachten nachspielen, um sich verherrlichen zu lassen, und wirft die besiegten Frankenkönige den wilden Tieren zum Fraß vor. Alles andere „als trockener Geschichtsunterricht“, sagt der Regisseur. Aber mit historischer Grundlage: Denn damals waren Gladiatorenkämpfe „so etwas wie die Wochenschau oder Tagesschau der Antike“, wie Organisator Ronald Frank sagt.

Die Gladiatoren, die alle vom Mailänder Institut „Ars Dimicandi“ kommen und Fest-, Faust- und Ringkämpfe wissenschaftlich erforscht haben, sind in diesem Jahr mit besonders viel Herz dabei: „Durch die historische Anbindung mit Konstantins Hochzeit sind es in diesem Jahr zweifelsohne besondere Kämpfe“, sagt der hauptberufliche Gladiator Dario Battaglia. Reichlich antikes Handwerk ist in einer Zeltstadt zu bestaunen: Kettenhemden werden geknüpft, Bronze verhüttet, Körbe geflochten und Kosmetik zusammengekocht. Mutige können sich auch eine römische Frisur legen lassen oder sich von den Kräften einer Heilerin überzeugen lassen.

Themen & Autoren

Kirche

Karl-Heinz Menke analysiert den „Orientierungstext“ des Synodalen Wegs. Dieser sei „durchzogen von nicht nur tendenziösen sondern auch falschen Behauptungen“.
26.09.2022, 14 Uhr
Vorabmeldung
Wie ich beim Sommerfest der KISI — God? singing Kids – im österreichischen Altmünster Christus begegnete
26.09.2022, 11 Uhr
Dorothea Schmidt