Tannenberg: Historie und Politik

Zum 600. Jahrestag der Schlacht von Grunwald VOn professor Udo Arnold und Professor Sven Ekdahl

Als im Mai 1409 ein Aufstand in Samaiten ausbrach, der vom litauischen Großfürsten Vytautas (poln. Witold) unterstützt wurde, versuchte Hochmeister Ulrich von Jungingen Rückendeckung des polnischen Königs Jagiello für einen Krieg zur Niederschlagung des Aufstandes zu erhalten. Da ihm dieses misslang, fasste er den Beschluss, zunächst Polen zu bezwingen und begann wenige Tage danach den Krieg. Dieser endete am 8. Oktober mit einem Waffenstillstand, der bis zum 24. Juni 1410 gelten sollte. In der Zwischenzeit bemühten sich beide Parteien, ihre Positionen zu stärken. Ulrich von Jungingen schloss am 20. Dezember einen Vertrag mit dem ungarischen König Sigmund, während die beiden Vettern Jagiello und Vytautas ein militärisches Vorgehen gegen den Ordensstaat im kommenden Jahr vereinbarten.

Abwarten bis die Sonne sich gedreht hatte

Am 8. Februar 1410 erfolgte ein Schiedsspruch des böhmischen Königs Wenzel IV. in Prag. Er fiel zugunsten des Deutschen Ordens aus und wurde von den polnischen Gesandten nicht angenommen. Deshalb fühlte sich Ulrich von Jungingen legitimiert, einen Überraschungsangriff auf Polen vor dem Ende des vereinbarten Waffenstillstands zu unternehmen und ließ unter großer Geheimhaltung 600 Spieße Söldner (1 800 Mann) für dieses Unternehmen anwerben. Die verbündeten Herzöge von Pommern-Stettin und Pommern-Wolgast sollten ebenfalls an dem Kriegszug teilnehmen. Der Plan schien perfekt. Ein Krieg passte jedoch nicht in die Pläne Sigmunds, weshalb er sich im April in der ungarischen Grenzstadt Käsmark mit dem litauischen Großfürsten traf und ihm in einem Versuch, die polnisch-litauische Union zu sprengen, die Königskrone anbot. Das Angebot wurde jedoch ausgeschlagen. Als wichtigstes Ergebnis wurde beschlossen, vor dem Ende des Waffenstillstands neue Friedensgespräche mit Sigmund als Vermittler zu führen.

Am 11. Mai erhielt der Hochmeister Nachricht von den Vereinbarungen in Käsmark. Ihm blieb nun nichts anderes übrig, als sich dem Willen seines mächtigen Bündnispartners zu fügen und angesichts der geplanten neuen Verhandlungen die weit gediehenen Kriegsvorbereitungen für den Überraschungsangriff auf Polen am 1. Juni abzubrechen. Schon begonnene Söldnerwerbungen in Böhmen wurden eingestellt und die Söldner zu ihrem Verdruss abgewiesen. In Thorn bereitete man sich nun intensiv darauf vor, die zu erwartenden hohen Gäste würdig zu empfangen, aber die Mühe war vergebens, denn weder Sigmund noch Vytautas und Jagiello sind zu diesem vorgesehenen „Thorner Tag“ am 17. Juni erschienen.

Militärisch gesehen waren die Beschlüsse in Käsmark und die ausgebliebenen Verhandlungen folgenschwer, denn in der Zwischenzeit waren große böhmische Söldnerrotten in den Dienst des polnischen Königs, anstatt, wie zunächst vorgesehen, in den des Hochmeisters getreten. Außerdem kamen mehr als 2 000 Söldner zu spät nach Preußen, um in der Schlacht bei Tannenberg verwendet werden zu können.

Die polnisch-litauischen Heere überschritten Anfang Juli die Grenze nach Preußen und versuchten zunächst, über den Fluss Drewenz in das Kulmerland vorzudringen. Da dieses unmöglich erschien, kehrten sie um und zogen stattdessen über Soldau, wo sie in nördlicher Richtung abbogen, zur kleinen Stadt Gilgenburg, die am Abend des 13. Juli eingenommen und niedergebrannt wurde.

Die Nachricht vom Schicksal dieser Stadt und ihrer Bewohner führte zu dem berühmten langen Nachtmarsch des Ordensheeres zum späteren Schlachtfeld. Während die Gegner am Morgen des 15. Juli über Seemen in Richtung Mühlen zogen und vor dem Erreichen des Dorfes Grünfelde eine Pause einlegten, zog das Ordensheer von einem unbekannten Heerlager im Land Löbau über Frögenau zum Tannenberg und bog dort mit der Sonne im Rücken in südlicher Richtung, also in Richtung Grünfelde, ab. Die beiden Heere standen sich nun gegenüber, das des Ordens auf dem offenen Feld, das der Polen und Litauer mit ihren Hilfstruppen in dem teilweise bewaldeten und mit Büschen bewachsenen hügeligen Gelände südlich des Weges von Grünfelde nach Ludwigsdorf. Das Zelt mit der Feldkapelle des Ordens befand sich dort, wo im Jahr 1411 Hochmeister Heinrich von Plauen die Marienkapelle des Deutschen Ordens errichten ließ. Dieser Platz ist also nicht der Sterbeort seines Vorgängers Ulrich von Jungingen gewesen, wie so oft behauptet wurde.

Der Hochmeister strebte eine baldige Feldschlacht an, solange sein Heer die Sonne im Rücken hatte, Jagiello wartete aber ab, bis die Sonne sich gedreht hatte und nicht ihm, sondern dem Gegner ins Gesicht schien. Die bekannte Übersendung von zwei Schwertern an Jagiello und Vytautas mit der Aufforderung zur Schlacht ist nicht zuletzt unter diesem Aspekt zu sehen. Sie wurde später in der polnischen Propaganda reichlich ausgenutzt und als ein Akt des sündhaften Hochmuts des Ordens hingestellt.

Über die Heeresgrößen gibt es in den Quellen keine zuverlässigen Angaben, weshalb das Feld für Mutmaßungen offen ist. Hier soll nur darauf hingewiesen werden, dass sich im Ordensheer rund 6 400 Söldner befunden haben dürften.

Nach anfänglichen Erfolgen des Ordens endete die Schlacht mit seiner vernichtenden Niederlage. Eine wichtige Ursache hierfür war ein schwerer taktischer Fehler, den Söldner oder „Gäste“ des linken Flügels beim Verfolgen von fliehenden Gegnern begingen: Sie entfernten sich im wilden Hinterherjagen von ihren Kampfverbänden, wurden dann aber von den Verfolgten selbst in die Flucht geschlagen, von den eigenen Verbänden abgeschnitten und entweder gefangengenommen oder getötet. In die so entstandene Lücke im Ordensheer drangen starke polnische Abteilungen seitwärts ein und es kam zu einem erbitterten Kampf. Nach einer zeitgenössischen Quelle hat es sich um ein taktisches Manöver zu diesem Zweck, um eine vorgetäuschte Flucht, gehandelt. Dadurch war die Grundlage für die Niederlage gelegt, der weitere Schlachtverlauf konnte an dem Ausgang nichts ändern. Zwar versuchte Ulrich von Jungingen, das Kriegsglück zu wenden, indem er einen wuchtigen Angriff gegen die polnischen Kerntruppen unternahm, aber das misslang wegen der zahlenmäßigen Überlegenheit der Gegner, zumal Teile der Landesritterschaft und auch andere Abteilungen, wie die Ungarn, ihre Fahnen zur Flucht senkten. Das Heer des Hochmeisters wurde von Polen, Söldnern und „Heiden“ (d. h. Litauer mit ihren Hilfstruppen) umzingelt und vernichtet, wobei außer Ulrich von Jungingen und anderen hohen Gebietigern über 200 Ordensbrüder den Tod fanden. Als der Tag zu Ende ging, wurde der letzte Widerstand durch die Erstürmung der im Ordenslager errichteten Wagenburgen gebrochen. Fast die gesamte Führungsschicht des Ordens war gefallen und mit ihr Tausende von Kriegern und Trossknechten aus dem Ordensheer. Auf der Gegenseite hatte vor allem Vytautas schwere Verluste zu beklagen. Eine Quelle spricht von 8 000 Gefallenen auf beiden Seiten. Nach einer päpstlichen Bulle von 1412 anlässlich des Kapellenbaus waren 18 000 „Christgläubige“ auf dem Schlachtfeld beerdigt und begraben worden.

Der gefallene Hochmeister wurde unter Ehrenbezeugungen nach Osterode gebracht und von dort auf die Marienburg überführt. Die eroberten Fahnen des Ordensheeres wurden in den Kathedralen von Krakau und Wilna als Siegestrophäen aufgehängt. Die anschließende Belagerung der Marienburg, die von Heinrich von Plauen verteidigt wurde, musste jedoch erfolglos abgebrochen werden.

Im Ersten Thorner Frieden am 1. Februar 1411 musste der Orden Samaiten an Jagiello und Vytautas auf deren Lebenszeit abtreten und die 1409 eroberten Gebiete zurückgeben. Beide Seiten sollten ihre Gefangenen ohne Lösegeld freilassen und die eroberten Burgen, Städte und Landstriche dem Vertragspartner ohne Behinderung übergeben. Dadurch war die Forderung des Fehderechts an einen gültigen Friedensschluss erfüllt. Am Tag zuvor hatte Jagiello aber 100 000 Schock böhmischer Groschen vom Orden gefordert und von ihm die Zusicherung zur Zahlung dieser Summe in vier Raten erhalten. Die Friedensurkunde vom 1. Februar spiegelt also nur einen Teil der tatsächlichen Verhältnisse wider.

Für den Deutschen Orden wurde die Niederlage zu einer „unheilbaren Wunde“. Die Verluste an Menschenleben, Tieren und Sachwerten waren groß, die Finanzen zerrüttet, der Ruf der Unbesiegbarkeit war verlorengegangen. Nach vier weiteren Kriegen musste der geschwächte Orden im Zweiten Thorner Frieden 1466 große territoriale Verluste hinnehmen und endgültig die Großmachtstellung einbüßen, die er in Ostmitteleuropa innegehabt hatte. Im Jahre 1525 wurde dann der den Ordensrittern verbliebene Teil des Landes – mit Königsberg als neuem Hochmeistersitz – von dem letzten in Preußen regierenden Hochmeister, Albrecht von Brandenburg-Ansbach, in ein weltliches evangelisches Herzogtum umgewandelt. Der Deutsche Orden hörte jedoch nicht auf zu existieren, sondern lebte im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation weiter.

Als Napoleon dieses Reich zerschlug, wurde auch der Deutsche Orden in Deutschland enteignet und vertrieben. Die anschließenden deutschen Befreiungskriege gingen von Preußen aus, in ihnen wurde erstmals auf die Tradition des mittelalterlichen Deutschen Ordens in seinem preußischen Territorium zurückgegriffen. Diese Traditionsaneignung begann mit der Stiftung des Eisernen Kreuzes 1813 als preußische Kriegsauszeichnung. Sie wurde weitergeführt in der Literatur, in der Malerei, in der Historiographie – letztlich wurde sie Gemeingut des öffentlichen Bewusstseins in Preußen und ab 1871 im neuen, preußisch geführten Deutschen Reich. Der Orden galt nunmehr als Keimzelle des Preußentums, des Deutschtums, sein Kreuz überlebte im militärischen Bereich alle Regierungsumbrüche von 1813 bis in die Gegenwart der Bundesrepublik Deutschland. Der Ordensstaat galt nunmehr im allgemeinen Bewußtsein als deutschester aller deutschen Staaten, seine mittelalterliche Multiethnizität wurde umgedeutet zur erfolgreichen Assimilation von Prußen und Slawen unter deutscher Führung. Der Ordensritter stieg auf zum Symbol des deutschen Helden schlechthin, gleichgestellt mit dem christlichen Retter St. Georg ebenso wie mit dem Reichspatron St. Michael, bis hin in den Wahlkampf der politischen Parteien in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Was Literatur, Malerei und Historiographie zeigen

Das Königreich Preußen war jedoch eine der Mächte gewesen, die Polen im 18. Jahrhundert geteilt hatten. Diese Teilung dauerte an, während Preußen nach seiner tiefen Erniedrigung unter Napoleon den Aufstieg zur führenden Macht des europäischen Festlandes vollzog. Die preußische positive Traditionsaneignung des mittelalterlichen Ordensstaates rief daher in Polen eine entsprechende Gegenbewegung hervor. Der strahlende Ordensritter auf preußisch-deutscher Seite wurde in Polen ebenso zum Symbol, zum verhaßten, blutrünstigen „krzyzak“. Das vollzog sich in der Literatur, in der Malerei, in der Historiographie, bis zu Denkmälern und öffentlichen Gedenkfeiern. Diese Form der Traditionsaneignung ging gleichermaßen in das polnische allgemeine öffentliche Bewusstsein ein wie in das deutsche. Die Münze Deutscher Orden hatte im 19. und 20. Jahrhundert zwei Seiten, eine strahlend weiße, deutsche, und eine tiefschwarze, polnische.

Bei der Identifikation mit dem Deutschen Orden in Preußen/Deutschland empfand man die Schlacht von 1410 als Schmach, als fortdauernde Niederlage. In Polen dagegen galt sie – ebenso im Bewusstsein fortlebend – als großer Sieg. Dieser Sieg bedeutete umso mehr, als man ihn gegen eine Macht errungen hatte, deren Traditionsnachfolge von einer der gegenwärtigen Teilungsmächte beansprucht wurde. Feierte man den Sieg von Grunwald, triumphierte man damit indirekt über die Teilungsmacht Königreich Preußen und in dessen Nachfolge über das deutsche Kaiserreich.

Tannenberg war also für die preußisch/deutsche Seite nichts, was man hätte feiern können. Wie ging man damit um? Der Schwerpunkt der Erinnerung wurde auf die Rettung der Marienburg durch Heinrich von Plauen gelegt. Damit geschah eine Umformung der Niederlage zum Heldenmythos. Sie gipfelte 1881 in Ernst Wicherts Roman „Heinrich von Plauen“. Erst im 20. Jahrhundert gelang die Umkehr Tannenbergs in ein positives Symbol durch den Sieg Hindenburgs 1914 über die russische Narewarmee in Ostpreußen, der nach dem historischen Tannenberg benannt wurde. Seitdem galt die zweite Schlacht von Tannenberg als eine späte Rache des Deutschen Ordens, auch wenn man die Russen des Jahres 1914 mit den Polen und Litauern des Jahres 1410 gleichsetzen musste. Der Name Tannenberg wurde jetzt zum positiven Symbol in Deutschland, das weitergeführt wurde im Tannenbergdenkmal, mit dem Grab Hindenburgs zum Ehrenmal des nationalsozialistischen Deutschen Reiches umfunktioniert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Tannenberg in der Bundesrepublik uninteressant, hatte doch die gedankliche „Entnationalisierung“ wie auch der Anfall der ehemals deutschen Ostgebiete an Polen jener Symbolik den Boden entzogen. Tannenberg spielte allenfalls noch eine Rolle in Vertriebenenkreisen.

Für Polen hatte 1410 einen ganz anderen Stellenwert. Grunwald galt als eins der wichtigsten nationalen Ereignisse der Vergangenheit. Fast gleichzeitig mit der preußischen Stiftung des Eisernen Kreuzes 1813 fand das Thema in Polen Eingang in die Historienmalerei. Józef Peszka malte die Übergabe der beiden Schwerter durch den Orden an König Jagiello, als Vorläufer seines berühmten Kollegen Jan Matejko. Dessen großformatige Darstellung der Schlacht kennt seit 1872 jedes Kind in Polen, es wurde zum geistigen Besitz eines ganzen Volkes. Die Historienmalerei hielt an dem Thema ungebrochen bis heute fest, ein Zeugnis dafür, dass auch das Symbol Grunwald in der ganzen Zeit seine Bedeutung behielt.

Ähnliches gilt für die Literatur. Vor allem ist der Roman „Krzyzacy“ des Literatur-Nobelpreisträgers Henryk Sienkiewicz zu nennen. Schon bald nach seinem Erscheinen wurde er zur Pflichtlektüre in den Schulen erhoben und prägte damit das Geschichtsbild nachhaltig. Wie Matejkos Gemälde wurde auch er für rund 100 Jahre zum absoluten Allgemeingut polnischen Bewusstseins, bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg. So wurde das Jubiläum der Schlacht 1910 zu einer riesigen nationalen Feier, für die bereits 1902 der bedeutende Pianist Ignacy Paderewski ein Denkmal in Krakau gestiftet hatte, im recht liberalen österreichischen Teilungsgebiet.

Auch nach 1945, im „Kalten Krieg“, spielte Grunwald in Polen eine bedeutende Rolle. Beispielhaft seien politische Plakate genannt, die die Niederlage des Deutschen Reiches und die Beteiligung von Polen bei der Eroberung Berlins gleichsetzten mit dem Erfolg von 1410 oder die Oder-Neiße-Grenze als Vermächtnis von Grunwald forderten, was anlässlich des Jubiläums der Schlacht 1960 erneut aufgegriffen wurde.

Hinzu kam der Film „Krzyzacy“ von Alexander Ford nach der Vorlage des Romans Sienkiewiczs; er ist als Filmkunstwerk ausgezeichnet, als Werk der Propaganda verfestigte er das polnische Bild ungemein. Das Symbol Grunwald erhielt erneut enormen Auftrieb in allen Bevölkerungsschichten.

Grundlegender Bestandteil polnischer Identität

Auch wurde ein neues Denkmal gebaut, das in monumentaler Ausgestaltung das gesamte Schlachtfeld von Grunwald umschließt und 1960 eingeweiht wurde. Das Denkmal sollte „eine Warnung für den Agressor und zugleich ein Symbol der Einheit der polnischen Nation wie auch der Bruderschaft mit den anderen sozialistischen Ländern sein“.

Grunwald erfüllte stets die Rolle der Abwehr gegen Preußen/Deutsches Kaiserreich/ Drittes Reich/Bundesrepublik Deutschland, in vielen Details immer wieder zu beobachten, wie etwa bei der Investitur des deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer zum Ehrenritter des Deutschen Ordens 1958, was als neuer deutscher „Ritt nach Osten“ im Gewand des Ordens dargestellt wurde – die Investitur des österreichischen Kanzlers Julius Raab gestaltete sich ohne entsprechende Proteste. Grunwald war grundlegender Bestandteil polnischer Identität in allen Bevölkerungsschichten. Erst der Wegfall der politischen Lager, die Annäherung zwischen Polen und Deutschland mit dem Warschauer Vertrag 1970 hat dem Symbol Grunwald allmählich die Kraft genommen, die das Symbol Tannenberg in Deutschland bereits vorher verloren hatte. Deutliches Zeugnis dafür ist die Einladung des polnischen Staatspräsidenten Lech Kaczinski, wiederholt von seinem Nachfolger Komorowski, an den Hochmeister des Deutschen Ordens, an der diesjährigen Feier auf dem Schlachtfeld teilzunehmen und neben dem Präsidenten des Europäischen Parlaments und den Staatspräsidenten von Polen und Litauen ebenfalls eine Ansprache zu halten. Der Hochmeister hat die Einladung angenommen. Auch wenn die Politik und das öffentliche Bewusstsein immer wieder in die Vergangenheit zurückgreifen und sie in Tagesauseinandersetzungen hineinziehen werden, so ist unser Thema doch dazu nicht mehr recht geeignet. Für diese Entwicklung dürfen wir in einem gemeinsamen Europa dankbar sein.

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