Würzburg

Internationale Zeitschriftenschau am 19. Dezember

Ordensschwestern gegen Menschenhandel
Aus den Zeitschriften

Ordensschwestern gegen Menschenhandel

Warum erfahren wir aus den Medien eigentlich nicht mehr darüber, dass Ordensfrauen auf der ganzen Welt Menschen aus der Sklaverei befreien? Luke de Pulfort und Schwester Lynda Dearlove nehmen sich im Catholic Herald eines Themas an, das kaum Aufmerksamkeit in den Medien erfährt. Die Autoren des Artikels mit dem Titel „Schwestern versus Menschenhändler“ halten das schlichtweg für einen „Skandal“. Denn Ordensschwestern – „und es sind weitaus mehr Schwestern im Gegensatz zu männlichen Ordensleuten oder zum Weltklerus“ –, widmen sich diesem Werk in mindestens 80 Ländern: Fasste man sie alle in einer einzigen Nicht-Regierungs-Organisation zusammen, „so wäre dies bei weitem die größte NGO der Welt“. Warum ist das so? Kurz gesagt: „Ordensschwestern rühmen sich dessen nicht.“ Nach all den Nachrichten über „Missbrauchsskandale, die zu Recht die Schlagzeilen dominieren, vergisst man nur allzu leicht, dass die katholische Kirche Hunderttausende von Ordensfrauen hat, die ihr Leben dazu einsetzen, um den Menschen am Rande der Gesellschaft in allen Teilen der Erde zu dienen. Nur selten, wenn überhaupt, suchen sie nach Anerkennung.“ So überrasche es nicht, dass die Tatsache, dass Premierministerin Theresa May kürzlich „dem außergewöhnlichen weltweiten Beitrag“ von Ordensschwestern bei ihrer Arbeit gegen die Sklaverei ihren Respekt zollte, nicht das Ergebnis einer Lobbykampagne der Schwestern war. May schrieb dies in einem Brief an John Studzinski, den Präsidenten der Arise Foundation, einer in London und New York ansässigen Wohltätigkeitsorganisation, die darauf hinarbeitet, Sklaverei und Menschenhandel ein Ende zu setzen.

Kehrtwende in Kanada

„Einen leichten Rückgang des Totalitarismus in Kanada“ stellt der Kanada-Korrespondent Remi Tremblay in seinem Beitrag für die französische Zeitung Présent fest. Soeben hätten die kanadischen Lebensrechtsorganisationen gegenüber der Regierung Trudeau einen gewissen Sieg errungen. Es geht um die seit letztem Jahr durchgeführte Forderung der Regierung an Arbeitgeber, die für die von ihnen Schülern angebotenen „Sommerjobs“ eine staatliche Förderung erhalten, eine Erklärung zu unterzeichnen, die bestimmte „Werte“ enthalte. Unter diesen „vorgeblichen Werten“ befand sich auch das Recht auf Abtreibung. Nun habe die Regierung jedoch eine Kehrtwende vollzogen und angekündigt, dass im Jahr 2019 eine solche Erklärung nicht mehr obligatorisch sei.

Die Church of England auf Abwegen

Der National Catholic Register befasst sich mit der Entscheidung der Church of England, „feierliche“ Transgender-Liturgien einzuführen. Ed Condon zitiert die von den Bischöfen der Church of England genehmigten Richtlinien mit dem etwas sperrigen Titel „Pastoraler Leitfaden zur Anwendung in Verbindung mit der Bekräftigung des Taufbekenntnisses im Kontext des Genderwandels“, die nur für die Church of England, aber nicht für die anderen Zweige der weltweiten anglikanischen Gemeinschaft gelten. Die Richtlinien stellen demnach fest, dass die Taufe der „natürliche liturgische Kontext für die Anerkennung und die Feier der Identität [einer Transgenderperson] in Christus und Gottes Liebe für sie“ darstelle. Der Leitfaden ermuntert die Seelsorger, bei der Taufe von Transgenderpersonen deren „Wunsch in Bezug auf ihren Namen und ihre genderspezifischen Pronomen“ zu akzeptieren und diese Namen und Pronomen auch zu verwenden. Getauften Mitgliedern der Church of England sollen „entsprechend adaptierte Rituale angeboten“ werden, um „die Geschlechtsumwandlung eines Menschen liturgisch anzuerkennen“, wie es in den Richtlinien weiter heißt. Diese weisen darüber hinaus darauf hin, dass die Church of England „die bedingungslosen Erklärungen von Transmenschen respektiert und diese ermuntert“. Gottesdienste, die deren „neue Identität anerkennt, sollten einen feierlichen Charakter haben“. Die Entscheidung der Bischöfe habe innerhalb der Church of England zu einigen Kontroversen geführt. Andrea Williams, Mitglied der Generalsynode der Church of England, sagte gegenüber Journalisten, dass dieser Schritt „ein verheerender Weg hin zu einer vollständigen Leugnung Gottes und seines Wortes“ sei. Und James Bradley, früher Diakon in der Church of England, und nunmehr katholischer Priester des Ordinariats „Our Lady of Walsingham“ betonte, dass dieser Schritt „eine dramatische Veränderung in der Lehre der Church of England“ darstelle: „Er scheint nicht einfach nur einen weiteren Wandel in der anglikanischen Praxis darzustellen, sondern eine grundlegende Veränderung des Verständnisses der Church of England in Bezug auf die menschliche Person und das Taufsakrament“.

Fehler der modernen Architektur

Der britische Schriftsteller und Philosoph Roger Scruton erklärt in The American Conservative die „totalitäre Mentalität“ modernistischer Architekten. Der Modernismus habe seinen Ursprung im Ersten Weltkrieg und der russischen Revolution. Damals dachte man, dass aufgrund der massiven Bevölkerungswanderungen in Städte, die für die Aufnahme so vieler Menschen nicht vorbereitet waren, nur eine Planung in großem Maßstab die Katastrophe verhindern konnte. Die oberste Pflicht der Regierung sei es gewesen, die wichtigsten Bedürfnisse der vom Hungertod bedrohten Menschen zu stillen. So wurden die großen Wohnungsbauprojekte und die neuen Materialien damals als einzig mögliche Lösung auf ein wachsendes soziales Problem betrachtet. Doch schön waren die neu entstandenen Hochhaussiedlungen nicht – niemand mochte sie. Im Laufe von 30 Jahren wurden die maroden Gebäude, „die durch Vandalismus und kriminelle Gangs verunstaltet wurden und wo viele ihrer Bewohner an psychischen Gesundheitsproblemen litten und in ständiger Angst lebten“, meistens gesprengt, und die Bewohner wurden in „der nächsten Generation von Fehlern untergebracht, dieses Mal in Flachbauten aus Beton“. Die heutigen Architekturschulen lehrten, so Scruton, zwar nicht mehr „Fassaden oder Skylines“, sondern „Hüllen“: „Die resultierende Seifenblasenarchitektur mag fast keiner, und die Architekten selbst wohnen nur selten in der Umgebung dessen, was sie bauen, da sie den Georgianischen Architekturstil an altmodischen Straßen bevorzugen.“ Das kürzlich erschienene Buch des namhaften Architekturhistorikers James Stevens Curl mit dem Titel „Making Dystopia: The Strange Rise and Survival of Architectural Barberism“ spürt der „Ursache des von den frühen Modernisten verfochtenen ,internationalen Stils‘ nach und dokumentiert dessen langfristige psychologische Auswirkungen“. Dabei kommt er zu Schlüssen, „die keinen Zweifel daran lassen, dass das Ganze ein Fehler war – ein Fehler, der zunächst durch Ideologie, und danach durch Gier motiviert war“.

DT/KS

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