Madrid

Goya war ein Aufklärer, der ein religiöses Werk schuf

Er war Maler am spanischen Hof und Satiriker. Zum 275. Geburtstag von Francisco de Goya ein Artikel in der kommenden Ausgabe der Tagespost.
Kapelle San Antonio de la Florida in Madrid,
Foto: Pablo Méndez via www.imago-image (http://www.imago-images.de/) | Francisco de Goya gestaltete die Kapelle San Antonio de la Florida in Madrid von Juni bis Dezember 1798. Bilder der Innenansicht finden sich im Video.

Am 30. März vor 275 Jahren wurde der Spanier Francisco de Goya geboren. Er wird seine Kunst vollkommen beherrschen – egal, ob er Inquisitionsszenen oder Selbstbildnisse, gespenstische Büßerprozessionen oder Porträts geheimnisvoller Damen schuf.

Lesen Sie auch:

Er entwarf Wandteppiche mit volkstümlichen Szenen und bannte die Erschießung Madrider Widerständler durch napoleonische Truppen in Öl auf Leinwand. Bei allem hatte er seinen eigenen Kopf. So scheute er sich nicht, als Hofmaler der spanischen Königsfamilie mit satirischer Absicht den Stumpfsinn ins Gesicht zu malen.

Eher antiklerikal

Und es sei schwierig, etwas über die Religiosität Goyas zu sagen, trotz seines umfangreichen christlichen Werks: „Wir gehen sicher nicht fehl in der Annahme, dass er antiklerikal eingestellt war. Doch zu behaupten, er sei nicht religiös gewesen, ist sicher ebenso falsch“, schreibt Fred Licht in seinem Buch „Goya – die Geburt der Moderne“. Der Künstler war, vermutet Licht, „wie so viele seiner Zeitgenossen in Spanien, Italien und Frankreich“ daran interessiert, „die Kirche zu reformieren, aber nicht, sie zu zerstören“.  Auch wenn sich Goya als Kind der Aufklärung sah, empfing er doch weiter die Sakramente.

Antonius im Mittelpunkt

 

Eines der großen Werke Goyas ist die Ausgestaltung des Kirchleins San Antonio de la Florida in Madrid. Den Auftrag dazu hatte ihm König Karl IV. gegeben. Goya gestaltete diese „Sixtinische Kapelle“ Madrids in kürzester Zeit, von Juni bis Dezember 1798. Im Zentrum steht das Mirakel des heiligen Antonius von Padua, der Augenblick, in dem er in einer Menschenmenge einen Ermordeten zum Leben erweckt. Der Hintergrund des Geschehens war, dass der vater von Antonius unschuldig wegen Mordes angeklagt war. Durch die Wiedererweckung des Toten konnte dieser selbst den Schuldigen nennen.

Bemerkenswert ist auch der Stil Goyas. Er wird als „begabter Lieferant fremder Stilausprägungen“ bezeichnet, der sich zeitgenössische neopolitanische und römische Malweisen zu eigen machte. DT/ari

Lesen Sie einen umfassenden Bericht zum 275. Geburtstag von Francisco de Goya in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

Themen & Autoren
Vorabmeldung Künstlerinnen und Künstler Sixtinische Kapelle

Weitere Artikel

Kann man herausragende Gemälde christlicher Kunst gemeinsam mit hochwertig hergestellten Weißweinen präsentieren? Man kann - wie eine einzigartige Fusion in Südspanien das wunderbar zeigt.
29.09.2021, 09 Uhr
Andreas Drouve
Die Erwartung des sicheren Untergangs: Unter welchen Umständen Luca Signorelli die Cappella Nuova im Dom von Orvieto ausmalte.
30.08.2021, 07 Uhr
Georg Blüml

Kirche

Der Kardinal hatte aus Altersgründen seinen Rücktritt angeboten. Sein Nachfolger wird der Bischof von Chiclayo in Peru, Robert Francis Prevost.
30.01.2023, 15 Uhr
Meldung
Kirchenführung durch Interviews wahrzunehmen, halte er für äußerst fragwürdig, so der DBK-Vorsitzende. Am „Synodalen Ausschuss“ will er weiter festhalten.
27.01.2023, 15 Uhr
Ein digitales Netzwerk breitet sich in Italien aus und verbindet Menschen virtuell. Gebet, Katechese und Eucharistie stehen im Mittelpunkt.
30.01.2023, 07 Uhr
José García