Verdi auf der Opernbühne

Drei seltene Opern in Hamburg

Wenn es darum geht, den „ganzen Verdi“ kennenzulernen, lassen die Opernhäuser ihre Zuschauer weitgehend im Stich: Auch im Jahr des 200. Geburtstages beschränkt sich das gezeigte Repertoire auf die zwölf gängigen unter seinen 26 (mit Umarbeitungen 32) Opern. Der frühe und mittlere Verdi bleibt dabei auf der Strecke. Ein Trend, der sich seit dem letzten Verdi-Gedenkjahr 2001 – seinem hundertsten Todesjahr – noch verstärkt hat.

Selbst das Teatro alla Scala, Italiens prestigeträchtigstes Opernhaus, bietet den üblichen Mix aus Aida, Don Carlo und Il Trovatore. Mailand hat nur fünf Verdis auf dem Spielplan und eröffnet die Saison traditionell am Ambrosiustag, dem 7. Dezember, ausgerechnet mit einer der weltweit meistgespielten Verdi-Opern: „La Traviata“.

Ähnlich einfallslos bietet die Wiener Staatsoper, die 2001 noch einen beinahe umfassenden Verdi–Zyklus spielen konnte, lediglich sechs der „Dauerbrenner“. Gäbe es nicht das Theater an der Wien, das im Juni mit „Attila“, inszeniert durch Peter Konwitschny, Furore gemacht hat und im Januar 2014 „I due Foscari“ bringt – das Verdi-Jahr würde im Routinetrott untergehen.

Eine rühmliche Ausnahme weltweit ist die Hamburger Staatsoper. Sie setzt einen Akzent mit der Neuinszenierung von drei vernachlässigten Verdi-Werken, darunter die seit Jahrzehnten in Deutschland nicht mehr gezeigte „La Battaglia di Legnano“ (Premiere am 20. Oktober), ergänzt durch Verdis vierte Oper, „I Lombardi alla prima crociata“ und „I due Foscari“. Mutig zeigen sich mittlere Theater wie Krefeld-Mönchengladbach mit „Stiffelio“ – ab 29. März 2014 auch in Mannheim – und Bielefeld, wo am 12. Oktober „Giovanna d'Arco“ Premiere hat. Und Freiburg zieht am 2. November mit „I Vespri Siciliani“ auch einen eher raren Verdi-Trumpf. wh

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