Vatikan-Medienchef: Radio wichtig gegen Fake News

Der Medienchef des Vatikan, Dario Vigano, sieht das klassische Radio im Vorteil beim Umgang mit „Fake News“. Dank der Flexibilität und Unmittelbarkeit des Mediums genügten „ein Mikrofon oder ein Telefon“, um Nachrichten zu aktualisieren, zu vertiefen oder richtigzustellen, sagte Vigano laut dem bischöflichen italienischen Pressedienst SIR am Donnerstag auf einem Medienkongress in Mailand. Zudem besitze das Radio hohe Glaubwürdigkeit auch bei jungen Hörern und sei attraktiv für die Werbebranche. Als entscheidend für das Vorgehen gegen gezielte Falschnachrichten bezeichnete der Leiter des päpstlichen Mediensekretariats die journalistische Sorgfalt bei der Prüfung der Quellen. „Der Rückgriff auf Algorithmen reicht nicht“, sagte Vigano. Aber auch Mediennutzer stünden in der Pflicht, „Kritikbewusstsein wiederzugewinnen und nicht jeden Inhalt zu klicken und zu teilen, ohne ihn genau gelesen zu haben“. Vigano sagte weiter, Journalisten der Vatikanmedien seien traditionell eine sorgfältige Prüfung ihrer Nachrichten gewohnt. Diesen Qualitätsstandard gelte es jetzt im Zuge der von Papst Franziskus gewollten Medienreform auf „neue Formen multimedialer Produktion“ herunterzubrechen. Der italienische Priester und Kommunikationswissenschaftler Vigano ist Präfekt des 2015 gegründeten Kommunikationssekretariats, das alle Medienaktivitäten des Vatikan unter einem Dach zusammenführen soll. Unter anderem ist derzeit ein Umbau des Senders Radio Vatikan in Gang. DT/KNA

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