US-Medien streiten über Nachdruck der Karikaturen

Die US-Medien beschreiten beim Umgang mit dem neuen Titelbild der französischen Satirezeitung „Charlie Hebdo“ verschiedene Wege. Während die „New York Times“ (Mittwoch) aus „redaktionellen Gründen“ entschied, die Karikatur nicht nachzudrucken, veröffentlichte die „Washington Post“ sie auf ihrer Website. Der Direktor der „Post“ erklärte, die Darstellung verletze keine publizistischen Standards des Blattes. Die Zeichnung zeigt die tränenreiche Karikatur des Propheten Mohammed, der ein Schild mit der Aufschrift „Je suis Charlie“ in den Händen hält. Darüber steht auf Französisch der Satz „Alles ist vergeben“. Die Zeitungen „USA Today“, „Los Angeles Times“, das „Wall Street Journal“, der TV-Sender CBS und die Websites „The Daily Beast“ und „BuzzFeed“ entschieden sich ebenfalls, ein Bild der ersten „Charlie Hebdo“-Ausgabe nach dem Terroranschlag von Paris zu publizieren. Andere Medien folgten dem Beispiel der „New York Times“. Kritiker sprachen von „Selbstzensur“. Martha Steffens von der „Missouri School of Journalism“ äußerte Verständnis für die Entscheidungen im Umgang mit der Mohammed-Karikatur. Zeitungen müssten „ihre Leserschaft im Auge behalten“. Der Leiter des US-Komitees zum Schutz von Journalisten, Joel Simon, warnte vor gegenseitigen Vorwürfen über redaktionelle Entscheidungen. Egal wie entschieden würde, wir müssen „gemeinsam hinter dem Prinzip der freien Meinungsäußerung stehen“. Er glaube nicht, dass sich „irgendjemand“ habe einschüchtern lassen. DT/dpa

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