Trainerfuchs Löw: Humor ist, wenn man trotzdem lacht – auch nach Portugal!

Von Ingo Langner

Joachim Löw ist ein Trainerfuchs. Ganz so ein gewiefter Taktiker wie weiland der Herberger Sepp. Löw will Europameister werden. Nicht irgendwann. Jetzt. In Wien. Im Endspiel am 29. Juni 2008. Dafür ist ihm jedes Mittel recht. Dafür hat er Plan C in der Tasche. Der ist supergeheim. Plan C kennt keiner. Nicht einmal Oliver Bierhoff.

Erinnern wir uns an die WM 1954. Was hat uns, die Kriegsversehrten, zum Weltmeister gemacht? Wie konnten elf kampftechnisch erprobte Freunde die genialen unbesiegbaren Ungarn schlagen? Nun, das ging so: Im ersten Spiel überrannten unsere Jungs die Türkei mit 4:1. Doch im zweiten Spiel kamen wir gegen die Magyaren mit 3:8 unter die Räder. Schimpf und Schande, schrie das deutsche Volk. Doch bei Herberger war alles Taktik. Denn dieser Stammvater aller Bundesfüchse brachte im ersten Ungarnspiel nur den dritten Anzug. Er ließ die Lahmen und Blinden spielen. Im Endspiel kämpfte dann wieder Garnitur Nummer 1. Die schoss drei Tore und die Ungarn schossen nur zwei! Ganz so wie sein großes Vorbild will es auch der schwäbische Löwe machen. Warum gibt es jetzt wohl überall die 54er WM-Retrotrikots? Na? Klingelt was? Angeblich hat unser Jogi bei der Pleite gegen Kroatien alles falsch gemacht. Keiner konnte sich diesen Leistungsabfall erklären. Nicht einmal der allwissende Günter Netzer! Doch die Lösung heißt Plan C. C wie Cloning. Ja, richtig gelesen. Gegen die Kroaten standen nämlich gar nicht der echte Jansen und der echte Lehmann und so weiter auf dem Rasen, sondern nur ihre geklonten Doppelgänger.

Frau Schavan, die Kanzlerin und der Bundestrainer

Wo außen Schweinsteiger draufstand, war innen ein Zellhaufen aus dem Labor. Die Spieler sahen exakt so aus wie die supersuperguten echten. Nur spielten die „Laboranten“ auf Kreisliganiveau. Das genau ist der Trick. Großartig, oder? Der Bundestrainer, ein echter schwäbischer Tüftler, hat sich nämlich schon gleich nach der WM 06 mit den deutschen Stammzellenforschern und ihrer Ministerin Annette Schavan zusammengetan. Die haben Plan C ausgeklügelt. Im Ausklügeln ist die Schavan bekanntlich ganz groß. Das weiß auch die Kanzlerin. Deswegen war sie auch am 16. Juni beim Spiel gegen die Österreicher dabei und wollte sehen, was die deutsche Forschung so alles kann. Deswegen ließ sich Löw auch von der Trainerbank auf die VIP-Plätze verbannen. Er wollte Frau Merkel unauffällig ganz nah sein und mit ihr das forschungslogistische Feintuning abstimmen.

Im dritten Vorrundenspiel spielten gegen Österreich logischerweise auch geklonte Doppelgänger. Aber gegen die Portugiesen kommen die wahren elf Freunde in das Turnier zurück. Nur Gomez wahrscheinlich nicht. Denn wie wir gerade erfahren, hat beim 2:0 gar nicht der Labor-Gomez gespielt, sondern der echte. Upps! Irgendwas ist da offenbar schiefgelaufen. Aber Collateralschäden sind in diesem Geschäft nunmal nicht zu vermeiden. Auch die Medizin der Zukunft ist nicht so perfekt wie sie sein sollte. Der deutsche Fußball aber schon.

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