#suchefrieden

Der Katholikentag in den (Sozialen) Medien. Von Josef Bordat
Katholikentag Münster
Foto: dpa | Zwei junge Männer überqueren den Domplatz vor der Sankt-Paulus-Kathedrale in Münster, dem Austragungsort des 101. Katholikentags.

Am 9. Mai geht er los: Der 101. Deutsche Katholikentag in Münster – wenige Stunden vor dem Begrüßungsabend auch im Internet. Auf der Website des Katholikentags, vor allem aber auf Facebook, auf Twitter, auf Instagram und auf YouTube mehren sich die Beiträge und Aktivitäten der Multimediaredaktion. Man hat sich viel vorgenommen. Unter den Hashtags #kt18 und #suchefrieden werden in den nächsten Tagen hunderte Meldungen und Stimmungsberichte veröffentlicht. Wer ein wenig Katholikentagsgefühl möchte, kann das also auch jenseits von Münster haben. Freilich wird es auch Nachrichten zu den Höhepunkten des Großereignisses geben, um auch die Basisinformationen über die Kanäle zu schicken.

Die Medienarbeit des Katholikentags hat eine besondere Bedeutung, richtet sich das Treffen doch vor allem nach außen. Das zeigt schon die Vielfalt der Themen und die Auswahl der Gäste: nicht nur Vertreter der Kirche, sondern auch Politiker, Unternehmer, Wissenschaftler, Menschen aus der Zivilgesellschaft diskutieren aktuelle gesellschaftliche Fragen. Damit die Öffentlichkeit auch erreicht wird, müssen seriöse Berichterstattung und zeitgemäße Vermittlung Hand in Hand gehen. Zuständig für die Berichterstattung ist eine eigens für den Katholikentag eingerichtete Redaktion, die aus jungen Journalisten des Instituts zur Förderung des publizistischen Nachwuchses (ifp) in München und aus Mediendesignern der Ferrarischule in Innsbruck besteht. „Die fast 30 jungen Leute werden unsere Homepage und die Kanäle in den Sozialen Medien übernehmen und mit vielen bunten und spannenden Inhalten füllen“, so Theodor Bolzenius, Pressesprecher des Katholikentags und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). „Es besteht eine sehr schöne Zusammenarbeit, für die ich dankbar bin. Vor allem gespannt bin ich auf das, was den Nachwuchskräften zu unserem Leitwort ,Suche Frieden‘ so alles einfällt.“

Die Kooperation mit der katholischen Journalistenschule ifp fällt in das Jubiläumsjahr der renommierten Einrichtung; sie wird in diesem Jahr 50. Der journalistische Direktor des ifp, Bernhard Remmers, sagte, dass der Katholikentag in Münster mit seinen mehr als 1 000 Veranstaltungen für das Gespräch und die Diskussion stehe. „Für die jungen Journalisten ist das ein guter Platz, Erfahrungen zu machen und sich auszuprobieren. Dass wir hier dabei sind und unseren Schülerinnen und Schülern und auch denen aus Innsbruck die Möglichkeit geben können, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen, ist deshalb zugleich gut für den Katholikentag und gut für die Ausbildung.“ Außerdem sei der Katholikentag ein Ort, an dem um eine bessere Welt gerungen werde – gerade bei einem Leitwort wie „Suche Frieden“. Remmers weiter: „Auch der Journalismus will schließlich dazu beitragen, dass die Welt ein bisschen besser wird, sich zum Guten entwickelt.“ Im Jubiläumsjahr des ifp will sich die Journalistenschule darüber hinaus beim Katholikentag mit einem eigenen Treffpunkt im Münsteraner Café „Pension Schmidt“ präsentieren, so Remmers. Ziel sei es, Mediennutzer und Journalisten miteinander ins Gespräch zu bringen. Dabei sein werden auch Absolventen des ifp, wie beispielsweise Christiane Florin vom Deutschlandfunk und Raoul Löbbert von der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Was ist an Berichterstattung seitens der jungen Katholikentagsredaktion zu erwarten? Seit Montag arbeiten die Journalisten an einem Redaktionsplan. Lena Höckerschmidt, Online-Mitarbeiterin beim Katholikentag in Münster und zuständig für die Multimediaredaktion, erklärt: „Das Leitwort wird sicher eine große Rolle spielen und ebenso die Programmhöhepunkte. Aber auch für Münster Typisches wird Thema sein, denn wir wollen auch den zu Hause gebliebenen Katholikentagsfans die Gastgeberregion vorstellen.“ Bereits im Vorfeld des Katholikentags hatte die Pressestelle alle Hände voll zu tun, die Anfragen bezüglich der Veranstaltung mit den kirchenpolitischen Sprechern der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien („Nun sag', wie hast du's mit der Religion? – Die Haltung der Bundestagsparteien zu Kirche und Religion in Staat und Gesellschaft“) zu beantworten. An der Podiumsdiskussion nimmt auch der kirchenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Volker Münz, teil. In einer Pressemitteilung der Katholikentagsleitung hieß es am 19. April: „Jede Art von Hetze gegen Andersdenkende hat auf dem Katholikentag keinen Platz.“ Der Bericht der Katholikentagsredaktion zu dieser Veranstaltung darf mit besonderer Spannung erwartet werden.

Im Vorfeld des Katholikentags war neben dem Pro und Contra zur Teilnahme eines AfD-Vertreters vor allem ein Thema in den säkularen Medien virulent: die Sicherheitsfrage nach der Amokfahrt vom 7. April, als ein Kleinbus am Kiepenkerl-Denkmal im Zentrum Münsters in eine Gruppe von Menschen gelenkt wurde und zwei Personen getötet sowie mehr als 20 zum Teil schwer verletzt wurden. „Ist der Katholikentag sicher?“ – unter dieser Leitfrage traten verschiedene Sender und Zeitungen an die Veranstalter heran. Die „Rheinische Post“ fragte Geschäftsführer Roland Vilsmaier zwei Tage nach dem Anschlag und dieser bekräftigte: „Wir haben alle Maßnahmen ergriffen, die für uns möglich sind, um einen friedlichen und sicheren Katholikentag zu gewährleisten.“ Dass sich die rund 50 000 Teilnehmer des Katholikentags darüber hinaus gut zurecht finden, dafür sorgt eine App, die den Nutzer durch das reichhaltige und daher nicht besonders übersichtliche Programm navigiert. Wer es eher offline mag, kann immer noch einen der zahlreichen Pfadfinder vor Ort ansprechen. Auch die sind bestens vorbereitet.

Selbstverständlich wird auch die „Tagespost“ aus Münster berichten – ganz ausführlich in der nächsten Ausgabe der Wochenzeitung und natürlich auch auf unserer Website (die-tagespost.de): Aktuelle Berichte und Blogbeiträge zum 101. Deutschen Katholikentag in Münster.

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