Rheinischer Merkur: „Zeit“ kauft Titelrechte und Abos

Der „Zeit“-Verlag hat die Titelrechte und die Abonnements der einstigen katholischen Wochenzeitung „Rheinischer Merkur“ übernommen. Dies meldete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am vergangenen Dienstag unter Berufung auf die evangelische Presseagentur epd. Der „Rheinische Merkur“ war Ende 2010 eingestellt worden. Stattdessen produziert die Kirche die Beilage „Christ & Welt“, die der „Zeit“ beiliegt. Allerdings können nur diejenigen Abonnenten der „Zeit“ diese Beilage lesen, die früher Festbezieher des „Rheinischen Merkurs“ gewesen sind und auch die neue Verbindung von „Zeit“ und „Christ und Welt“ abonniert haben. Die anderen regulären „Zeit“-Abonnenten, die vorher den „Rheinischen Merkur“ nicht bezogen hatten, erhalten diese Beilage nicht.

Der Kauf sei zu einem symbolischen Preis erfolgt, hieß es in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Zur Höhe des Preises wollte der „Zeit“-Verlag auf Anfrage der „Tagespost“ keine Angaben machen. Laut Silvie Rundel, Leiterin der Unternehmenskommunikation, bewegt sich die Zahl der von der „Zeit“ übernommenen Abonnements „im niedrigen fünfstelligen Bereich“. Nach Angaben der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) meldete der „Zeit“-Verlag vom ersten bis zum dritten Quartal 2010 eine sinkende verkaufte Auflage der Hamburger Wochenzeitung, nach dem Zugang des „Rheinischen Merkurs“ im vierten Quartal 2010 dagegen eine Zunahme der verkauften Auflage um 10 265 Stück, darunter 6 998 Abos.

Nach Auskunft von Rundel gegenüber dieser Zeitung wird die Produktion von „Christ & Welt“ weiter von der „dreipunktdreimediengesellschaft“ GmbH in Bonn übernommen, die im „Haus der Medien“ der Deutschen Bischofskonferenz sitzt. Geschäftsführer dieser Gesellschaft ist Thomas Juncker, der auch die Redaktion von „Christ & Welt“ geschäftsführend vertritt und Geschäftsführer der Katholischen Nachrichten-Agentur ist. Auf eine Anfrage der „Tagespost“ vom vergangenen Dienstag zum Verkauf der Titelrechte und der Abonnements des „Rheinischen Merkur“ gab Juncker bis gestern Nachmittag keine Stellungnahme ab.

Rundel dagegen erklärte gegenüber der „Tagespost“ auf die entsprechende Frage, dass der „Zeit“-Verlag „keine Mehrinvestitionen in der Redaktion“ tätigt. An Umfang und Ausrichtung von „Christ & Welt“ ändere sich nichts, die Redaktion mache einen tollen, sehr engagierten Job. „An dem erfolgreichen Modell ändert sich nichts“, sagte Rundel. Man werde natürlich weiter zielgerichtetes Marketing betreiben und mehrere Veranstaltungen für die Leser von „Christ & Welt“ organisieren. DT/sei

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