Köln/Würzburg

Psychologe warnt Kirche vor Gendersprache

Die Kirchen sollten sich nicht von der Genderbewegung instrumentalisieren lassen, meint der Kölner Psychologe Michael Klein.
Kritik an Gendersprache
Foto: Christian Ohde via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Klein zufolge hat die Gendersprache in offiziellen Verlautbarungen der Kirche „nichts zu suchen“.

Der Kölner Psychologe Michael Klein kritisiert, dass sich die Kirchen in Deutschland von der politischen Genderbewegung instrumentalisieren lassen. Gegenüber der Tagespost erklärte er: „Sie sollten deutlich machen, dass Gott übergeschlechtlich ist.“ Dafür brauche es kein Gendersternchen.

Hypermoralischer Modernismus

Klein zufolge hat die Gendersprache in offiziellen Verlautbarungen der Kirche „nichts zu suchen“. Man stoße viele Gläubige vor den Kopf und biedere sich dem „hypermoralischen Modernismus“ an, so der Autor des kürzlich erschienen Buchs „Das Ende der Gendersprache – Genderismus, Sprachkrampf, Tiefenpsychologie“(Pabst).

Lesen Sie auch:

Aus Kleins Sicht solle die katholische Kirche nicht auf den Modetrend der Gendersprache aufspringen „und solchen Unfug wie Gott* unterlassen“, sondern für Gerechtigkeit, Respekt und Frieden zwischen den Geschlechtern kämpfen. 

Der Psychologe sieht in der Gendersprache keinen gesellschaftlichen Wert. Im Gegenteil: Sie schaffe „ein Mehr an Spaltung und Ungerechtigkeiten. Das kann nicht im Interesse der katholischen Kirche sein.“  DT/reg

Lesen Sie das ausführliche Interview mit dem Kölner Psychologen Michael Klein zur Gendersprache in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

Weitere Artikel
Der Psychologe Michael Klein plädiert für mehr Zivilcourage gegen die bürokratisch verordnete Gendersprache.
03.04.2022, 07  Uhr
Regina Einig
In den sozialen Medien findet der Podcast „Ein Zellhaufen spricht über Abtreibung“ immer mehr Zuspruch. Aber wer steckt eigentlich dahinter? Ein Porträt.
21.04.2022, 17  Uhr
Stefan Rehder
Weil der deutsche Katholizismus trotz Auflösungserscheinungen Wortführer in der Gesellschaft bleiben will, wird der Glaube beschwiegen. Der Missionsauftrag bleibt auf der Strecke.
25.05.2022, 19  Uhr
Christoph Böhr
Themen & Autoren
Vorabmeldung

Kirche

Der deutsche Katholizismus ist gelähmt. Er spielt in gesellschaftlichen Debatten kaum noch eine Rolle. Dazu beigetragen haben nicht zuletzt die Bischöfe.
26.05.2022, 09 Uhr
Manfred Spieker
Der Moskauer Patriarch beschädigt mit seiner Kriegstreiberei nicht nur sein eigenes Image, sondern die Glaubwürdigkeit der christlichen Verkündigung.
25.05.2022, 11 Uhr
Stephan Baier
Am Samstag können Sie sich zusammen mit der Tagespost-Volontärin Emanuela Sutter über Ihre Erfahrungen mit dem Katholikentag und über Themen rund um die Tagespost unterhalten.
25.05.2022, 12 Uhr
Redaktion
Religionsunterricht weiter gut besucht. Kirchensteuer wird kritisch gesehen. Für katholische Schulen wäre eine zweckgebundene Spende eine gute Alternative.
25.05.2022, 08 Uhr
Vorabmeldung