Operngenuss im Kino

Spezialangebote locken mit Mozart-Aufführungen und einer Übertragung der Bayreuther Festspiele. Von Max-Peter Heyne

Die Besucherzahlen in deutschen Kinos sind im Jahr 2010 um fast 14 Prozent gesunken. Für die Kinos bedeutet das 120 Millionen Euro weniger Umsatz. Die Nachfrage nach Spezialangeboten aber wächst. Nach der erfolgreichen Etablierung der Präsentation von Opernaufführungen im Kino baut die Kinokette UCI diese Sparte weiter aus. Insgesamt rund 50 000 Besucher sahen die Opernübertragungen der Saison 2009 aus der New Yorker Metropolitan Opera in den Kinos in Deutschland und Österreich. Diese Steigerung gegenüber der Vorsaison um satte 50 Prozent liegt vor allem daran, dass mit Opernaufführungen anders als mit den normalen Programmangeboten auch eine ältere Klientel angesprochen werden kann. Der Mitorganisator der Opern-Initiative, Clasart-Classic-Geschäftsführer Herbert Kloiber meint, dass „wir mit unserem anfangs waghalsigen Experiment richtig gelegen haben. Wenn nun auch die Digitalisierung der Kinolandschaft voranschreitet, werden wir in der Lage sein, noch viel mehr Menschen mit diesen herrlichen Opernereignissen zu erfreuen.“ Seit Anfang März wurde in ausgewählten Häusern mit „Carmen“ von Georges Bizet sogar die erste Opernaufführung in 3D-Technik gezeigt. „Es ist eine wunderbare und einzigartige Erfahrung“, meint Tony Hall, der Direktor des Royal Opera House, „als ob Sie selbst Teil des Geschehens auf der Bühne sind“.

Aber auch in den kommenden Monaten setzt UCI, die vor fünfzehn Jahren Jahren in Hürth bei Köln das erste Multiplex Kino auf dem europäischen Festland überhaupt errichteten, verstärkt auf Klassik im Kino: Erstmals wird es auch Liveübertragungen aus der Mailänder Scala und dem Londoner Royal Opera House geben. Ergänzend sind Aufzeichnungen großer Opernerlebnisse unter anderem von den Bayreuther Festspielen geplant. Den Anfang machte bereits am 24. März eine Liveübertragung von Wolfgang Amadeus Mozarts „Die Zauberflöte“ in der Inszenierung von Regisseur William Kentridge (Dirigent: Roland Böer). Am 16. Mai, ebenfalls um 20 Uhr, folgt Giacomo Puccinis „La Bohéme“ – eine Aufzeichnung der Neuinszenierung (Regie: John Copley) des erfolgreichen Repertoires der Royal Opera House, London, von 2009 mit Hibla Gerzmava und Teodor Ilincai. Ebenfalls aus dem Royal Opera House stammen die Inszenierungen von Guiseppe Verdis „Macbeth“ (Regie: Phyllida Lloyd), live übertragen mit Simon Keenlyside und Martina Serafin in den Hauptrollen (13. Juni), und die modernisierte Aufführung von Wolfgang Amadeus Mozarts „Cosi fan tutte“ (11. Juli) – eine Aufzeichnung vom letzten Jahr (Dirigent: Thomas Hengelbrock, Regisseur: Jonathan Miller).

Von den Bayreuther Festspielen des Jahres 2009 stammt die Aufzeichnung von Christoph Marthalers Inszenierung von Richard Wagners „Tristan und Isolde“ (15. August) mit Robert Dean Smith und Iréne Theorin in den Hauptrollen. Die Opernaufführungen sind jeweils in ausgewählten UCI-Kinos, darunter in Dessau, Gera, Berlin, Potsdam, Leipzig, Hamburg, Flensburg, Bad Oeynhausen, Düsseldorf, Bochum, Hürth, Paderborn, Kaiserslautern, Graz und Wien zu sehen. Die Eintrittspreise liegen zwischen 18 und 25 Euro. Tickets können direkt in den teilnehmenden Kinos oder online unter www.uci-kinowelt.de bestellt werden.

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