Neue Filme über die Heilige Schrift

2014 scheint das Jahr des Bibelfilms zu werden – Mehrere Hollywoodproduktionen haben biblische Themen. Von Burkhardt Gorissen
Foto: Allstar Picture Library | Diogo Morgado als Jesus Christus in „Son of God“ (2014).
Foto: Allstar Picture Library | Diogo Morgado als Jesus Christus in „Son of God“ (2014).

Zehn Jahre nach Mel Gibsons Mega-Erfolg „Die Passion Christi“ scheint die Filmindustrie die Bibel zu entdecken. Wie viel christlichen Inhalt das stets skandalumwitterte Hollywood transportiert, muss abgewartet werden. Dass Hollywood sich überhaupt solchen Themen widmet, mag den sozialen Medien zu verdanken sein. Durch sie sind biblische Themen nicht länger vermeintlich nur für ein Nischenpublikum geeignet; das weckt die Aufmerksamkeit der großen Studios. Oder sollen Glaubensinhalte nur hollywoodlike uminterpretiert werden?

In den 1950er Jahren waren biblische Epen eine Attraktion. Filme wie die „Zehn Gebote“ (mit Charlton Heston in der Rolle des Moses) zählten zu Blockbustern. In Zeiten der Mutanten und Computeranimationen scheint es für manche Produzenten ein Glücksspiel zu sein, Millionen Dollar in Episoden aus dem Alten oder Neuen Testament zu stecken. Immerhin, Paramount riskierte 125 Millionen Dollar, um „Noah“ von Darren Aronofsky, einem bekennenden Atheisten, zu produzieren. Die Darstellerliste liest sich wie ein Who-is-who Hollywoods. Filmstars wie Russell Crowe als Noah, Harry-Potter-Darstellerin Emma Watson, Jennifer Connelly und Anthony Hopkins geben sich in dem Monumentalepos die Hand. Filmkritikerin Kathleen Parker feierte den Film entsprechend in der „Washington Post“ enthusiastisch ab: „Wenn Sie ,Braveheart‘, ,Gladiator‘, ,Star Wars‘, ,The Lord of The Rings‘, ,Indiana Jones‘, oder ,Titanic‘, mögen, mögen Sie ,Noah‘.“ Im Gegensatz dazu sieht der US-amerikanische Kreationist Ken Ham den Film als völlig unbiblisch und bösartig heidnisch an.

Einen Monat vor „Noah“, im Februar 2014, kam „Son of God“ in die amerikanischen Kinos. Die Bibelverfilmung rekonstruiert die jesuanische Lebens- und Leidensgeschichte aus traditioneller christlicher Sicht. Der Film basiert auf der Grundlage der zehnstündigen US-Miniserie „The Bible“, die im März 2013 im „History-Channel“ ausgestrahlt wurde.

Ebenfalls im Frühjahr erschien in einem Independent-Label Harold Cronks „God's Not Dead“. In den Hauptrollen agieren als atheistischer Professor Radisson Kevin Sorbo (bekannt aus „Hercules“) und Shane Harper (US-bekannter christlicher Liedermacher), als gläubiger Student Josh. Radisson fordert von seinen Studenten eine Erklärung ein, mit der sie die Nichtexistenz Gottes akzeptieren, andernfalls droht er ihnen ein Scheitern in seinem Kurs an. Josh weigert sich, seinen Glauben zu verleugnen. Der verdatterte Radisson fordert ihn daraufhin auf, stichhaltige Belege für die Existenz Gottes beizubringen.

„Heaven is for real“ (Den Himmel gibt's echt, Starttermin in Deutschland am 6. November 2014) arbeitet sich am Schicksal des dreijährigen Colton Burpos ab. Die Schilderung seines vermeintlichen Nah-Tod-Erlebnisses war schon in Buchform ein Mega-Seller, durch den die Familie finanziell ausgesorgt hat. In den USA spielte der Film bislang über 60 Millionen Dollar ein.

„Left behind“ (US-Start 3. Oktober), nimmt sich dem nahenden Weltende an. Während Armageddon die wahren Gläubigen verschont, reißt der Anti-Christ die Macht an sich. Das Remake basiert auf den christlichen Romanen von Tim LaHaye und Jerry B. Jenkins, die schon einmal als Trilogie verfilmt wurden. Nicolas Cage spielt die Hauptrolle, während Vic Armstrong (Joshua Tree – Das Gesetz der Rache) Regie führte.

Der vierfache Grammy-Award-Gewinner Will Smith („Ich denke einfach, dass viele der Ideen hinter Scientology großartig, revolutionär und nicht religiös sind“), hat sich als Star und Produzent von „The Legend Of Cain“ – Die Legende Kains, einer epischen Neuerzählung des biblischen Geschwister-Dramas, positioniert. Er wird Regie führen, produzieren und die Hauptrolle übernehmen. Das Besondere an der Neuauflage: Die altbekannte Geschichte bekommt einen vampirischen Touch.

Die Moses-Verfilmung „Exodus: Gods and Kings“ wird hierzulande aller Voraussicht nach am 25. Dezember 2014 starten. Den spannungsreichen Bibelstoff: Moses versus Ramses, inklusive den sieben Plagen, verfilmte Regie-Methusalem Ridley Scott (Blade Runner, Prometheus) weniger im Stil des Klassikers „Die zehn Gebote“, sondern eher als ein 3D-Spektakel aufgezogen. Christian Bale (Batman) spielt Moses und der Star-Wars-erprobte Joel Edgerton Ramses unter Verwendung mehrerer Kilo Wimperntusche.

Auch in Sicht scheint ein vor Stars strotzendes Remake von Mel Gibsons „Die Passion Christi“. Nach der damaligen Kritik darf ein politisch korrektes Werk erwartet werden. Hollywood bleibt Hollywood.

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