Markgräfliches Opernhaus in Bayreuth will Weltkulturerbe sein

Starke Konkurrenz um den begehrten Titel, denn auch für die Geburtskirche Jesu Christi in Jerusalem ist noch ein Eilantrag gestellt

Bayreuth – das ist vor allem die Stadt der Richard-Wagner-Festspiele. Mit einem Unesco-Welterbetitel für das Markgräfliche Opernhaus aus dem 18. Jahrhundert könnte die Stadt sich aus der historischen Dominanz des Komponisten etwas befreien. „Wir erhoffen uns Impulse“, sagte Manuel Becher, Geschäftsführer der Bayreuth-Marketing- und Tourismus-GmbH. Das gelte vor allem für die Monate außerhalb der Festspielzeit. „Für viele Menschen verschwindet Bayreuth ja am Ende der Festspiele am 28. August von der Landkarte.“

Dabei sei gerade das bauliche Erbe der Markgräfin Wilhelmine ein besonderes Kulturgut, betonte Becher. In die Zeit der Regentschaft ihres Mannes fiel nicht nur die Errichtung des Opernhauses, sondern auch der Bau des Neuen Schlosses und des Schlosses Fantaisie.

Missmut und Neid sind programmiert – obwohl Deutschland mittlerweile Entwicklungsländer wie den Tschad bei den komplizierten Antragsverfahren mit Rat und Tat unterstützt. Der Unmut über die westliche Dominanz könnte auch dem Markgräflichen Opernhaus im oberfränkischen Bayreuth – einem „einzigartigem Monument barocker Theaterkultur“ – zum Verhängnis werden – trotz eines positiven Icomos-Gutachtens. „Das ist absolut kein Selbstläufer“, heißt es in Unesco-Kreisen zu der vermutlich Ende der Woche stattfindenden Abstimmung. Es müsse mit starkem Gegenwind gerechnet werden. Politisch eine noch ganz andere Dimension hat der Eil-Antrag auf Einschreibung der Geburtskirche Jesu Christi inklusive dem Pilgerweg in Bethlehem. Er kommt von den Palästinensern, die erst im vergangenen Jahr gegen den heftigen Widerstand von Israel und den USA als Vollmitglied in die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur aufgenommen wurden. DT/dpa

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