Leichterer Zugang zu Daten

Neue EU-Datenschutzverordnung beschäftigt deutsche Diözesen

Zum 1. Januar 2018 trat die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft. Mit ihr soll das Datenschutzrecht innerhalb Europas vereinheitlicht werden, um dem Bürger mehr Kontrolle über seine Daten zu verschaffen. Entsprechend gelten künftig in allen EU-Staaten die gleichen Standards in Sachen Datenschutz.

Künftig sollen Bürger leichteren Zugang zu ihren Daten haben. Jeder hat damit das Recht zu erfahren, welche Daten über ihn gesammelt werden. Zudem wird der Nutzer Anspruch auf klare und leicht verständliche Informationen darüber haben, wer seine Daten zu welchem Zweck wie und wo verarbeitet.

Dazu gehört auch, dass der Nutzer künftig noch ausführlicher darüber informiert werden muss, wenn seine Daten gehackt wurden. Damit soll es dem Nutzer noch früher möglich sein, Maßnahmen zu seinem Schutz einzuleiten. Personenbezogene Daten gehören der Person, nicht dem mit der Datenverarbeitung befassten Internetdienst. Internetportale haben demnach sicherzustellen, dass keine Daten der Nutzer ohne deren Zustimmung erhoben werden. Gestärkt wird außerdem das Recht des Nutzers darauf, dass über ihn gespeicherte und veröffentlichte Informationen gelöscht werden und damit nicht mehr über Suchmaschinen ermittelbar sind.

Datenschutz ist auch ein Thema für die Kirche. Die (Erz-)Diözesen Freiburg, Fulda, Limburg, Mainz, Rottenburg-Stuttgart, Speyer und Trier haben eine gemeinsame Datenschutzstelle errichtet. Sitz dieser überdiözesanen Aufsichtsstelle im Datenschutz für alle kirchlichen Stellen der beteiligten Diözesen ist das Haus am Dom in Frankfurt. Geleitet wird die neue Einrichtung seit dem 1. Januar von Ursula Becker-Rathmair. Die Juristin ist zudem gemeinsame Diözesandatenschutzbeauftragte und seit vielen Jahren in diesem Bereich tätig. Vor ihrem Wechsel nach Frankfurt zum Jahresbeginn leitete die gebürtige Kölnerin fast 27 Jahre lang die Rechtsabteilung im Bistum Erfurt und war als Justiziarin mit allen Rechtsgebieten, die eine Diözese betreffen, befasst. Ab 1992 war sie im Bistum Erfurt zudem Diözesan-Datenschutzbeauftragte.

Mit der Einrichtung der gemeinsamen Datenschutzstelle kommen die beteiligten (Erz-)Diözesen den Verpflichtungen des künftigen europäischen Datenschutzrechtes nach. Ein unabhängiger Datenschutz wird dadurch gewährleistet. DT/jbj

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11.07.2021, 13  Uhr
Birgit Kelle
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