Kommentar: Zdarsas Gespür für die Zukunft

Von Regina Einig

Provinzialität wird man der katholischen Medienlandschaft in Bayerisch-Schwaben kaum nachsagen: St. Ulrich-Verlag, katholisch1.tv, K-TV und die Katholische Sonntagszeitung erreichen Zielgruppen weit über die Diözesangrenzen hinaus. Sie alle verbindet das Bemühen um ein klares kirchliches Profil. Von daher war die Neubesetzung des Geschäftsführerpostens des St. Ulrich Verlags eine Richtungsentscheidung der Diözese. Mit der Berufung Bernhard Meusers hat Bischof Zdarsa Gespür für die Zukunft bewiesen. Um das kirchliche Profil des Verlags braucht sich jetzt niemand Sorgen zu machen. Das Bistum dürfte jenen lautstarken Kritikern den Zahn gezogen haben, die aus dem ehemaligen SUV-Geschäftsführer Dirk Hermann Voß einen Märtyrer machten und zugleich Misstrauen gegenüber dem Augsburger Oberhirten schürten. Nach dem Aus für Mixas ehemaligen Medienberater Voß gefielen sich manche Eiferer in der Rolle der Scharfrichter: Der Vorwurf, Voß sei für seine klare katholische Ausrichtung abgestraft worden, wurde nicht nur hinter vorgehaltener Hand geäußert.

Meusers Offenheit für Jugendthemen sind ein Glücksfall für Bistum und Verlag. Denn wer einmal eine katholische Buchhandlung in Frankreich oder in den Vereinigten Staaten betreten hat, ahnt, wieviel die deutschen Medien hier aufzuholen haben. Mit etwas Geschick könnte der St. Ulrich Verlag hier eine echte Marktlücke für sich erobern. Der Mutterkonzern, der ebenfalls in Augsburg ansässigen Bayard Mediengruppe Deutschland, macht in Frankreich und Übersee erfolgreich vor, wie zeitgemäße Kinder- und Jugendkatechese in Buch- und Zeitschriftenform aussehen kann. Für effiziente Medienstrategien zur Neuevangelisierung der jungen Generation ist die Zeit auch in Deutschland reif.

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