Kommentar: Schüler wählen Lehrstoff selber

Wie wird wohl in diesem Jahr die ideale Schule aussehen? Wenn im Juni wieder der Deutsche Schulpreis durch die Robert Bosch Stiftung vergeben wird, werden sich viele die Augen reiben. Zu den Vorjahressiegern zählte das Gymnasium in Alsdorf, wo Fünftklässler und Abiturienten in denselben Räumen lernen, Schulklassen abgeschafft sind und sich die Schüler selbst ihre Arbeitsgebiete auswählen können – das kann nicht für jeden Schüler sinnvoll sein. Umgang mit Vielfalt gehört zu den Kernkompetenzen und da ist es fraglich, ob dieses Schulkonzept nicht auch ideologisch motiviert ist, als Erziehung in beliebigen und selbstgewählten Strukturen. Immerhin gehören die mit 100 000 Euro prämierten Schulen fünf Jahre der Akademie des Deutschen Schulpreises an, um ihre Erfahrungen an andere Schulen weiterzugeben. Das hat Vorbildfunktion. Wer Preise vergibt, nimmt Einfluss auf die Wirklichkeit. Dass der Hauptsieger im vorigen Jahr eine „Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe“ war, macht den Kurs klar. Es ist die verlängerte Grundschule, bei der Leistung nicht mehr an erster stelle steht. Die Zuwendung der Lehrer hatte die Jury besonders beeindruckt. Auf den nächsten Preisträger darf man gespannt sein.

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