Kommentar: Schöne Welt der Exzellenz-Unis

Von Alexander Riebel

Wie schön, dass es noch die Exzellenzinitiativen gibt. Die prächtigen Zahlen von Bildungsausgaben und prämierten Hochschulen lassen vergessen, wie es um die Realitäten der Bologna-Reform und die Bedingungen des Studiums sowie der Hochschulabschlüsse bestellt ist. Immerhin haben sich jetzt 32 von 65 Universitäten aus ganz Deutschland für die letzte Runde der Exzellenzinitiative qualifiziert. Für sie geht es um viel Geld, 59 Projekte an den Hochschulen haben die deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat ausgewählt, um für sie die Spitzenförderung zur Verfügung zu stellen. Von 2006 bis 2012 stehen 1,9 Milliarden Euro bereit, von 2012 bis 2017 sollen es sogar noch mal 2,7 Milliarden Euro sein. 75 Prozent davon zahlt der Bund, die restlichen 25 Prozent der Träger der jeweiligen Universität. Im Sommer nächsten Jahres wird die endgültige Entscheidung darüber fallen, welche Universitäten gefördert werden.

Die hohen Summen werden wenig an den Arbeitsbedingungen tausender Universitätsangestellter ändern, die habilitiert, aber nicht C-3 oder C-4 Professoren sind. Sie werden wohl auch weiter unter Bologna-Bedingungen für rund 50 Cent pro Stunde arbeiten. Die Milliarden werden in die Projekte fließen, schließlich soll der Wissenschaftsstandort Deutschland verstärkt werden.

Dass wieder die Forschung gegenüber der Lehre verstärkt werden könnte, bleibt noch abzuwarten; das Bundesbildungsministerium hat zumindest eine engere „Verbindung von Forschung und Lehre“ angekündigt. Momentan sind die Professoren mit Organisatorischem und Lehrveranstaltungen überlastet. Die Universität war in der letzten Zeit dazu verkommen, möglichst schnell Arbeiter für die Wirtschaft bereitzustellen. Das forschende Erkennen muss aber wieder gegenüber der Wissensvermittlung betont werden.

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