Klonkrieger schwingen das Laserschwert

Phantasielose Handlung und eine kaum überzeugende Animation: „Star Wars: The Clone Wars“

Das „Star Wars“-Filmuniversum fand mit „Episode III – Die Rache der Sith“ (DT vom 19.05.2005) seinen Abschluss. Der Film lüftete das letzte Geheimnis der Verwandlung von Anakyn Skywalker in den Schwarzen Lord Darth Vader sowie des Senators Palpatine in den Imperator, und damit auch die Umgestaltung der galaktischen Republik in ein Frucht einflössendes Imperium. Mit der eine neue Hoffnung versprechenden Geburt der Zwillinge Luke und Leia wurde darüber hinaus die Brücke zu „Episode IV“, dem ersten „Krieg der Sterne“-Film von 1977, geschlagen, der ja „Eine neue Hoffnung“ hieß.

Weil aber die „Star Wars“-Marke mit einem geschätzten Gesamtumsatz von acht bis neun Milliarden Dollar zu einer regelrechten Geldmaschine geworden ist, kann man es George Lucas kaum verübeln, dass er sich nach „Episode III“ nach weiteren Produkten umschaut.

Eine gewisse Lücke, die in den zwei Realfilm-Trilogien (Episoden IV-VI, 1977–1983 und Episoden I-III, 1999–2005) nicht vollständig geschlossen worden war, und also die Möglichkeit einer erneuten filmischen Aufarbeitung bot, stellen die sogenannten Klon-Kriege dar. Zwar hieß bereits Episode II „Angriff der Klonkrieger“ (2002) und war „Episode III – Die Rache der Sith“ (2005) mitten in den Klonkriegen angesiedelt, aber die Handlung dieser zwei Filme konzentrierte sich so sehr auf Anakyn Skywalker, dass der Zuschauer über die eigentlichen „Klonkriege“ so gut wie nichts erfährt. Weil diese Klonkriege jedoch wiederum die Star Wars-Fans zu allerlei Spekulationen (siehe etwa „jedipedia.de“) animiert haben, kann eine filmische Beschäftigung mit ihnen auf ein hohes Kinobesucher-Potenzial hoffen.

„Star Wars: The Clone Wars“ soll nun in diese Lücke stoßen. Ursprünglich als Serie für das US-amerikanische Fernsehen konzipiert, kommt der Pilot-Film zu dieser TV-Serie doch noch ins Kino, und zwar als vollständig im Computer animierter Film. Gerade für eingefleischte Liebhaber des „Star Wars“-Universums gerät indes bereits die Eröffnung von „The Clone Wars“ zur herben Enttäuschung: Kein Textteppich mit der gelben, in die Tiefen des Weltalls führenden Laufschrift wie in den sechs Realfilmen, sondern ein Sprecher aus dem Off führt in die Geschichte ein. Dazu ertönen lediglich ein paar Takte aus der Titelmelodie von John Williams statt dessen Fanfaren-Hymne.

Kein Wunder: Für die Filmmusik von „The Clone Wars“ zeichnet nicht John Williams, sondern Kevin Kiner verantwortlich, der zwar die bekannten Melodien des Star Wars-Stammkomponisten variiert hat. Hörbar wird dies allerdings lediglich beim „Tatooine“-Thema, als die aus dem ersten Film bekannte Sonnenuntergangs-Szene mit den zwei Sonnen zitiert wird.

Sonst bleibt die Filmmusik im animierten Film von der Originalmusik genauso Lichtjahre entfernt wie die dürftige, zwischen „Episode II“ und „Episode III“ angesiedelte Handlung von „Star Wars: The Clone Wars“ vom Geschehen der sechs Realfilmen.

Da „The Clone Wars“ vor dem Fall Anakyns in die „dunkle Seite der Macht“ spielt, kämpft der noch junge Jediritter zusammen mit seinem Meister Obi-Wan Kenobi. Die beiden werden auf eine wichtige Mission geschickt: Sie sollen den kleinen Sohn des Banditen Jabba the Hutt aus den Händen mysteriöser Entführer befreien, damit der mächtige Hutt-Clan der Republik wohlgesonnen bleibt. Bald stellt sich aber die Entführung als eine Intrige von Darth Sidious und seinem Gehilfen Graf Dooku heraus, um die Republik zu destabilisieren.

Die politischen Kämpfe zwischen der Republik und den Separatisten, die ja den Kern der Klonkriege bilden, stellen lediglich die Folie, auf der eine völlig austauschbare, weder spannende noch witzige Beziehung zwischen Anakin Skywalker und dessen Schülerin Ahsoka Tano erzählt wird. Die dümmlichen Dialoge spiegeln völlig eindimensionale Charaktere wider. Die Konflikte, mit denen sich die ursprünglichen Star Wars-Figuren auseinandersetzen mussten, sind im Animationsfilm völlig auf der Strecke geblieben.

„The Clone Wars“ mischt lediglich Versatzstücke aus den Realfilmen zusammen. Teilweise sieht es so aus, als würden sämtliche Elemente (neben dem bereits erwähnten Doppelsonnenuntergang etwa auch die Bar-Szene und die Tanzszenen aus der Festung von Jabba) einfach eins zu eins zitiert.

Aber nicht nur die Handlung, sondern auch die Animation nimmt sich völlig unbefriedigend aus. Die an japanische „Animes“ angelehnten Figuren machen einen recht hölzernen Eindruck. Selbst Roboter wie R2D2 oder C3PO wirken wie missratene Klone ihrer Vorbilder. Der Zuschauer kann sich kaum des Eindrucks erwehren, dass der Film eine Art Computerspiel auf der großen Leinwand geworden ist – mit dem Unterschied, dass der Zuschauer in das Actionspektakel nicht eingreifen kann.

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