Internationale Zeitschriftenschau vom 31.10.2018

Internationale zeitschriftenschau

Rauchen und Pornographie

Ein Komitee von britischen Abgeordneten urteilte streng über die Pornographie. Sie zerstöre die Gesellschaft, wirke sich negativ auf Frauen aus und ermuntere ihnen gegenüber zu Gewalt. Durch das Problem der Pornographie könne das Wesen von Dogmen erkannt werden, meint Alexander Lucie-Smith im Catholic Herald: „Einige Dinge sind einfach nur böse und falsch – und das ist sicher. So zu tun, als ob Pornographie in irgendeiner Form vorteilhaft sein könnte, ist zutiefst irreführend. In diesem Punkt müssen wir dogmatisch sein.“ Die Parlamentarier „haben Porno mit Rauchen verglichen, und das ist kein schlechter Vergleich. Rauchen ist per se schädlich und verursacht gesellschaftliche Kosten – wie auch die Pornographie“. Nun sei es jedoch kontraproduktiv, so Lucie-Smith, sie zu verbieten: Das Internet mache es sehr schwer, das Angebot zu stoppen. Was getan werden müsse, ist, „die Menschen, besonders die jungen, über die Gefahren der Pornographie und die Gefahren der Pornosucht zu unterrichten“. Wir müssten „ eine moralische Missachtung der Pornographie einschärfen“. Dies bringe uns zurück zur Frage des Dogmas: Um Menschen über Pornographie aufzuklären, „müssen wir sie und uns selbst davon überzeugen, dass sie unter allen Umständen falsch ist“. Der Autor war überrascht, wie viele Menschen nicht bereit seien, diese Auffassung zu akzeptieren, „vermutlich deshalb, weil sie nicht bereit sind, die logischen Folgen der Vorstellung vom inhärenten Bösen zu akzeptieren“. Doch wie die Abgeordneten deutlich gemacht hätten, „müssen wir über Pornographie reden“, denn es sei ein Problem, „das durch Ignorieren nicht weggeht. Darüber hinaus ist sie eine Bedrohung für Frauen und tatsächlich für alle Menschen, da sie ein direkter Angriff auf die menschliche Würde ist.“

Abriss trotz Vereinbarung

Einen Monat, nachdem die chinesische Regierung eine Vereinbarung mit dem Vatikan unterzeichnet hat, zerstörten Regierungstruppen zwei Marienheiligtümer. Der Catholic Herald bezieht sich bei seinem Bericht auf die Webseite asianews. Die chinesischen Behörden begründeten den auch auf Video festgehaltenen Abriss der Heiligtümer, die „sowohl der offiziellen chinesischen katholischen Kirche als auch der katholischen ,Untergrund‘-Kirche in China als Wallfahrtstätten“ dienten, mit fehlenden Baugenehmigungen.

„Bedenkliche Entscheidung“

In der öffentlichen Aussage einer Österreicherin erkannte „der europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) das Vorliegen einer blasphemischen Straftat“. Die FPÖ-Politikerin hatte laut Figaro angesichts der Ehe von Mohammed mit einem sechsjährigen Mädchen, die im Alter von neun Jahren vollzogen wurde, bei einem Vortrag gesagt: „Wie nennen wir das, wenn nicht Pädophilie?“ Damit wollte sie insbesondere vor der Praxis der dem Vorbild von Mohammed folgenden Kinderehe im Islam warnen. Der EGMR bestätigte damit die Strafe eines österreichischen Gerichts (drei Monate Haft auf Bewährung und 24 000 Euro Geldstrafe). Im Gespräch mit der Zeitung bezeichnete der Jurist und Leiter des European Center for Law and Justice in Straßburg, Grégor Puppinck, „als einzig wahres Motiv dieser Entscheidung die Angst vor den Muslimen. Der Gerichtshof hat es explizit gesagt: Die österreichischen Behörden hatten recht, diese Aussage zu verurteilen, um den ,religiösen Frieden‘ und die ,gegenseitige Toleranz‘ in der österreichischen Gesellschaft zu wahren.“ Dem EGMR zufolge, und „das ist neu“, hätten die Staaten heute „die Verpflichtung, die friedliche Koexistenz aller Religionen und derjenigen zu gewährleisten, die keiner Religion angehören“. Der Gerichtshof habe sogar die Absicht der Frau verurteilt, da sie mit ihren Äußerungen nur versucht habe, Mohammed zu „verunglimpfen“ und zu zeigen, „,dass er nicht würdig ist, verehrt zu werden‘ und dadurch zur Gewalt aufzuhetzen“. Somit sei eine Herabsetzung von Mohammed „nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt: Man dürfe über ihn nur mit Respekt und guten Absichten sprechen!“, folgert Puppinck. Sodann habe das Gericht „unglaublicherweise entschieden, dass diese Worte nicht der Ausdruck einer Tatsache waren“, sondern „ein persönliches und feindseliges Urteil, denn die Rednerin habe die Fakten nicht in ihrem historischen Kontext beleuchtet“. Daher habe sie „die Pädophilie von Mohammed böswillig ,verallgemeinert‘“. In den Augen des Juristen ist diese Entscheidung „bedenklich“. Unter anderem, „weil sie sich mit der Intoleranz und sogar der Gewalt von Muslimen angesichts der Kritik abfindet und weil sie darauf verzichtet, entschlossen die Freiheit der Meinung über den Islam zu verteidigen“.

Prognosen und Immigration

Laut der linksliberalen New York Times sind „europäische Regierungschefs längst nicht mehr so optimistisch in Bezug auf die Integration von Immigranten“ wie noch einige Jahre zuvor. 2004 habe die UN „hochgerechnet, dass die Bevölkerung Afrikas sich bis 2100 bei etwa zwei Milliarden einpendelt“. Ende der neunziger Jahre hatten „Europa und Afrika ungefähr die gleiche Einwohnerzahl; 100 Jahre später könnten auf einen Europäer sieben Afrikaner kommen. Und die Erfahrung der jüngsten Flüchtlingskrisen hat den europäischen Regierungschefs gezeigt, wie leicht Bevölkerungsgruppen nach Norden ziehen können, und wie viel schwieriger als einst erhofft die Integration sein kann.“

Zweierlei Maß

„Wann ist ein Mob kein Mob?“, fragt das Magazin National Review. Die Antwort: „Wenn seine Teilnehmer Demokraten sind“. Seit der Wahl von Donald Trump und zunehmend seit den Anhörungen im Fall Kavanaugh hätten Gruppen von anti-republikanischen Demonstranten „nicht nur viele öffentliche Veranstaltungen gestört, sondern republikanische Amtsträger – oder auch nur zufällig anwesende Passanten – in Aufzügen, in Restaurants mit ihren Familien, auf der Straße und sogar in ihren Fahrzeugen eingekesselt, lautstark attackiert und bedroht“. Doch, so meinen demokratische Politiker und Mainstream-Reporter, das habe nichts mit „Mob“ zu tun. Diese Leute seien einfach nur „aktive und engagierte Bürger, die sich Gehör verschaffen“. Dieselbe Zeitschrift lobt Barcelonas Basilika Sagrada Familia als ein „herrlich opulentes Gegenbeispiel“ moderner Kirchenarchitektur „in einer Zeit, in der moderne katholische Kirchen oftmals den Aulen von High Schools ähneln“. Mit ihrer „Fülle an verzierten Türmen und neogotischen Gewölben sowie ihren hellen, pulsierenden Farben und ihren komplex detailreichen Sakralschnitzereien“ begeistere die 1883 von Antonio Gaudí entworfene Kirche noch immer Millionen – katholische und nichtkatholische – Besucher jährlich: „Sagrada Familia zeigt, dass modern nicht unbedingt hässlich bedeutet“. KS

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